„Corona und Hamsterkäufe“

Die zuneh­men­de Zahl von Hams­ter­käu­fen sorgt für Auf­re­gung. Dies ist unter einem ethisch-mora­li­schen Gesichts­punkt nach­zu­voll­zie­hen. Bei einer wis­sen­schaft­lich psy­cho­lo­gi­schen Betrach­tungs­wei­se aller­dings muss man zu einem ande­ren Schluß kom­men. Es ist näm­lich ein Vor­ur­teil zu glau­ben, der Mensch habe sich im Lau­fe sei­ner stam­mems­ge­schicht­li­chen Ent­wick­lung zu einem „höhe­ren Wesen“ ent­wi­ckelt. Dem ist nicht so. Das evo­lu­tio­nä­re Erbe ist immer noch aktiv und führt dazu, dass der Mensch in einer sol­chen äuße­ren Kri­se erst ein­mal an sich selbst und den Schutz sei­ner Fami­lie / Sip­pe denkt. Die eige­nen Nach­kom­men gehen vor.

Das heißt auf der ande­ren Sei­te nicht, dass vie­le Men­schen den­noch eine mora­li­sche Hal­tung anneh­men und die­se auch umset­zen, indem sie für die ande­ren mit­den­ken und sich soli­da­risch ver­hal­ten. Es macht nur kei­nen Sinn, wenn die­se Grup­pe nun die mora­li­sche Keu­le schwingt und das Ver­hal­ten der Hams­ter­käu­fer als „aso­zi­al“ ver­ur­teilt. Ver­nünf­ti­ger wäre es, ein­fach zu akzep­tie­ren, dass es sol­che und sol­che Grup­pie­run­gen gibt – ohne dies gleich extrem nega­tiv zu bewer­ten. Natür­lich gel­ten sol­che Über­le­gun­gen weni­ger für den Staat, der sei­ne Auto­ri­tät nicht aufs Spiel set­zen darf. Aber auch hier ist eine gewis­se Zurück­hal­tung in der Beur­tei­lung gan­zer Bevöl­ke­rungs­grup­pen angeraten.

Schließ­lich kann man das Gan­ze prag­ma­tisch sehen: nach einer Wei­le wer­den die „Ego­is­ten“ ihre Lager voll haben, und dann kehrt auch dort wie­der Ruhe ein.

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Der psychologische Gedanke