Gewalt gegen Frauen – Versuch einer Deutung

Dunkles Sternenfeld, ein warm-rötlich glühender Knoten mit einem Riss und ein kühler, sich entfernender Knoten, verbunden von einem Band, das zum Ende hin ausfranst – Sinnbild für Trennung und Zusammenbruch.

Vor­weg, und das steht über allem: Die­ser Text erklärt eine Struk­tur, in der sich ein Täter bewegt – kei­nen Grund, der ihn getrie­ben hät­te, und er rela­ti­viert oder ent­schul­digt nichts. Die Ver­ant­wor­tung für Gewalt gegen Frau­en – manch­mal mit töd­li­chen Fol­gen – liegt allein beim Täter, ohne Abzug. Und die hier her­an­ge­zo­ge­nen The­sen sind nur eine Sicht neben ande­ren und …

Die Sehnsucht nach Heimkehr – Odysseus und das Begehren

Dunkles Sternenfeld, eine mäandernde Linie aus kühlen Wegmarken läuft auf einen warm glühenden Zielknoten mit Fadenkreuz zu – Sinnbild für den Umweg, der die Heimkehr trägt.

Die Odys­see trägt ihren Namen nach der Rei­se, nicht nach dem Ziel – und sie endet fast im Augen­blick, in dem Odys­seus ankommt. Das ist kein Zufall, son­dern der Schlüs­sel zum gan­zen Epos. Der Umweg trägt die Geschich­te, nicht das Erreich­te. Es ist die Sehn­sucht nach der Heim­kehr, was im Zen­trum steht. Mit dem Pscho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan gele­sen, ist die …

Warum ältere Frauen abgewertet werden – und Männer nicht

Dunkles Sternenfeld, ein leuchtender Bildknoten wird von mehreren kleineren Knoten angeblickt; seine eine Hälfte hell, die andere verdämmernd, ein feiner Riss läuft hindurch – Sinnbild für den Blick, der über Wert entscheidet.

Ein Mann von sech­zig gilt als distin­gu­iert, eine Frau von sech­zig als alt. Glei­ches Alter, gegen­sätz­li­ches Urteil. Sus­an Son­tag hat sich schon 1972 damit beschäf­tigt, war­um älte­re Frau­en abge­wer­tet wer­den und das den dop­pel­ten Maß­stab des Alterns genannt. Aber war­um hat er aus­ge­rech­net die­se Form? Der Psy­cho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan erklärt den Mecha­nis­mus dahin­ter. Und Spi­no­za zeigt: Das Urteil sagt mehr …

Ewig jung – und warum das die Jugend zerstört

Dunkles Sternenfeld mit zwei glühenden Polen – einem kühl-hellen und einem warm-bernsteinfarbenen –, zwischen denen ein Feld kleinerer Knoten gespannt ist. Sinnbild für die Spannung zwischen Jugend und Alter.

Robert Pogue Har­ri­son hat einen Satz geprägt, der erst para­dox klingt und einen dann nicht mehr los­lässt: Wer das Alter abschafft, schafft auch die Jugend ab. Er meint die Span­nung zwi­schen Alt und Jung, aus der her­aus erst Neu­es erwach­sen kann. Der Satz trifft etwas – nur reicht er nicht weit genug. Mit Lacan und Spi­no­za gele­sen ver­lie­ren wir mit …

Werden wir immer narzisstischer? Was Popsongs verraten

Dunkles Sternenfeld, ein hell glühender Mittelknoten, auf den dünne Linien von kleineren Knoten zulaufen, umgeben von einem zerfallenden Ring – Sinnbild für das laute Ich und das verschwundene Wir.

Eine Stu­die zählt die Wör­ter in den Tex­ten der erfolg­reichs­ten Pop­songs aus fünf­zig Jah­ren und zieht dar­aus ein Urteil über die Kul­tur: Das „ich“ tritt immer häu­fi­ger auf, das „wir“ immer sel­te­ner, also wer­de die Gesell­schaft zuse­hends nar­ziss­ti­scher und selbst­be­zo­ge­ner. Die Süd­deut­sche Zei­tung fasst es in drei Wör­ter: „Ich, ich, ich“. Das klingt sofort plau­si­bel – und genau des­halb lohnt …

Wut im Netz und wer von ihr lebt

Dunkles Sternenfeld, ein glühender zentraler Knoten mit Fadenkreuz, gespeist von kleineren Satellitenknoten über dünne Linien – Sinnbild für die Wut-Maschine.

Eine Zei­tung schreibt, die Algo­rith­men der Tech­kon­zer­ne hät­ten durch das Beloh­nen von Wut im Netz das Kli­ma geschaf­fen, in dem Donald Trump Prä­si­dent wer­den konn­te. Der span­nen­de Begriff dar­in ist nicht „Trump“. Es ist „Wut“. Denn Wut lässt sich nicht aus dem Nichts erzeu­gen. Eine Maschi­ne kann sie nur dort abru­fen, wo schon ein Riss ist – und die­se Ris­se …

Hinter der schönen Fassade: Mick Jagger, die Gottesanbeterin und die Lust an der Kehrseite

Dunkles Sternenfeld mit einem leuchtenden goldenen Knotennetz; links abgesetzt ein einzelner grüner Knoten als Sinnbild für die ausgeschlossene Kehrseite.

Mick Jag­ger sitzt in einer Lon­do­ner Hotel­suite, ganz in Schwarz, bald 83, und spricht über ein neu­es Album. „For­eign Ton­gues“ heißt es. Man erwar­tet Sät­ze über das Älter­wer­den, über Rou­ti­ne, über die ewi­ge Fra­ge, wie lan­ge das noch so wei­ter­ge­hen soll. Das Bemer­kens­wer­tes­te aber sagt Jag­ger fast neben­bei, kurz vor dem Schluss. Er erzählt, dass er auf sei­nen Streif­zü­gen durch …

Designerbaby: Wessen Wunsch lebt das Kind?

Abstrakte dunkle Grafik eines frühen Embryos aus überlappenden Zellkreisen, durchzogen von feinen Linien – Sinnbild für das Thema Designerbaby.

Über gene­ti­sche Pla­nung, das Unbe­wuss­te und die Bedeu­tung für das spä­te­re Kind

Zum ers­ten Mal haben For­schen­de ein­zel­ne Bau­stei­ne im Erb­gut mensch­li­cher Embryo­nen so genau ver­än­dert, dass eine Anwen­dung am Men­schen vor­stell­bar wird. Ein Team an der Colum­bia Uni­ver­si­ty in New York ließ die ver­än­der­ten Embryo­nen eini­ge Tage wach­sen – nur zu For­schungs­zwe­cken, nicht für eine Schwan­ger­schaft. In Deutsch­land ver­bie­tet das …

Immer noch etwas versäumt

Drei Knoten von links nach rechts: warm-golden und vernetzt bei Eichendorff, kühl-blau und teilweise verbunden bei Goethe, kalt und zerfallen bei Wenders – eine Bewegung ohne Ankommen.

Vom Taugenichts zu Wim Wenders – wie drei Texte zeigen, was mit uns passiert ist

Wil­helm steht allein auf dem Zug­spitz-Pla­teau im Schnee­sturm. Er hat Deutsch­land durch­quert, Men­schen getrof­fen, geliebt, wie­der ver­las­sen. Und jetzt die­ser eine Satz, der alles zusammenfasst:

„Es kam mir vor, als hät­te ich etwas ver­säumt. Als ver­säum­te ich immer noch etwas, mit jeder neu­en Bewegung.“

Das …

Selbstsabotage – warum wir immer wieder dasselbe tun, obwohl wir es besser wissen

**ALT-Text:** Ein roter Zentralknoten mit dichten konzentrischen Ringen, umgeben von sechs Satelliten auf einer geschlossenen Kreisbahn mit Richtungspfeilen – die Schleife der Jouissance, die sich immer wiederholt und nie ankommt.

Selbst­sa­bo­ta­ge – wer kennt das nicht. Man weiß genau, was man tun soll­te. Und tut es trotz­dem nicht. Oder tut das, was man las­sen soll­te, immer wie­der. Das hat einen Namen – und eine Erklä­rung, die tie­fer geht als Willensschwäche.


Das Muster, das sich wiederholt

Du nimmst dir vor, frü­her schla­fen zu gehen. Und scrollst wie­der bis Mit­ter­nacht. Du weißt, …

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