„Zur aktuellen Corona-Krise“

Die Reak­tio­nen auf die aktu­el­le Kri­se kön­nen sehr unter­schied­lich sein, manch­mal sogar para­dox. Dies kann dann pas­sie­ren, wenn Men­schen, die unter einer Depres­si­on lei­den, ihre eige­nen sym­ptom­be­zo­ge­nen Ängs­te plötz­lich in einem ande­ren Licht wahr­neh­men und ihre per­sön­li­che Pro­ble­ma­tik im Ver­hält­nis zu der tat­säch­li­chen, rea­len Gefahr anfan­gen zu rela­ti­vie­ren. Dies ist eine gesun­de und hilf­rei­che Reak­ti­on, da das eige­ne Lei­den nun anders ein­ge­ord­net wird:  man sieht sich selbst nicht mehr im Mit­tel­punkt, son­dern erkennt die natur­ge­ge­be­nen Her­aus­for­de­run­gen, von denen alle Men­schen betrof­fen sind. Dies wäre eine posi­ti­ve Verarbeitung.

Ande­rer­seits wird die Kri­se aber auch zu einer Ver­schär­fung des sowie­so schon vor­han­de­nen Lei­dens­dru­ckes füh­ren kön­nen. Die Gefahr der Erfah­rung eines zuneh­men­den Kon­troll­ver­lus­tes nimmt zu, und dies wie­der­um kann zu Gefüh­len wie Aus­ge­lie­fert­sein und Hilf­lo­sig­keit füh­ren. Dann kann sich eine schon vor­han­de­ne leich­te Depres­si­on auch ver­schär­fen bzw. zuspit­zen. Beob­ach­tet man sol­che Gefühls­re­ak­tio­nen – oder auch star­ke nega­ti­ve Gedan­ken – dann soll­te ein Betrof­fe­ner unbe­dingt mit ande­ren Men­schen spre­chen, gegen­wär­tig halt am Tele­fon oder über die sozia­len Medien.

Man soll­te dann aber Nach­rich­ten, die offen­sicht­lich Ver­schwö­rungs­theo­rien oder der­glei­chen ver­brei­ten oder mit Über­trei­bun­gen und unan­ge­mes­se­nen Welt­un­ter­gang­sze­na­ri­en spie­len, mei­den und sich bewusst machen, dass sol­che  Inhal­te die eige­nen Ängs­te noch mehr schü­ren wer­den, als dass sie hilf­reich sein könn­ten. Dabei hilft mög­li­cher­wei­se auch die Ein­sicht sich klar­zu­ma­chen, dass es schon immer in der Mensch­heits­ge­schich­te sol­che Grup­pen oder Indi­vi­du­en gege­ben hat, die Kri­sen­si­tua­tio­nen benut­zen, um auf sich selbst auf­merk­sam zu machen oder ander­wei­tig nega­ti­ve Absich­ten verfolgen.

Auf fol­gen­de, sehr umfang­rei­che Übung aus unse­rer Rubrik „Anti­stress­übun­gen“, die „Anti­stress­übung gegen Angst vor Nega­ti­vem“, sei hier hingewiesen.

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Der psychologische Gedanke