Werden wir immer narzisstischer? Was Popsongs verraten

Dunkles Sternenfeld, ein hell glühender Mittelknoten, auf den dünne Linien von kleineren Knoten zulaufen, umgeben von einem zerfallenden Ring – Sinnbild für das laute Ich und das verschwundene Wir.

Eine Stu­die zählt die Wör­ter in den Tex­ten der erfolg­reichs­ten Pop­songs aus fünf­zig Jah­ren und zieht dar­aus ein Urteil über die Kul­tur: Das „ich“ tritt immer häu­fi­ger auf, das „wir“ immer sel­te­ner, also wer­de die Gesell­schaft zuse­hends nar­ziss­ti­scher und selbst­be­zo­ge­ner. Die Süd­deut­sche Zei­tung fasst es in drei Wör­ter: „Ich, ich, ich“. Das klingt sofort plau­si­bel – und genau des­halb lohnt …

Wut im Netz und wer von ihr lebt

Dunkles Sternenfeld, ein glühender zentraler Knoten mit Fadenkreuz, gespeist von kleineren Satellitenknoten über dünne Linien – Sinnbild für die Wut-Maschine.

Eine Zei­tung schreibt, die Algo­rith­men der Tech­kon­zer­ne hät­ten durch das Beloh­nen von Wut im Netz das Kli­ma geschaf­fen, in dem Donald Trump Prä­si­dent wer­den konn­te. Der span­nen­de Begriff dar­in ist nicht „Trump“. Es ist „Wut“. Denn Wut lässt sich nicht aus dem Nichts erzeu­gen. Eine Maschi­ne kann sie nur dort abru­fen, wo schon ein Riss ist – und die­se Ris­se …

Hinter der schönen Fassade: Mick Jagger, die Gottesanbeterin und die Lust an der Kehrseite

Dunkles Sternenfeld mit einem leuchtenden goldenen Knotennetz; links abgesetzt ein einzelner grüner Knoten als Sinnbild für die ausgeschlossene Kehrseite.

Mick Jag­ger sitzt in einer Lon­do­ner Hotel­suite, ganz in Schwarz, bald 83, und spricht über ein neu­es Album. „For­eign Ton­gues“ heißt es. Man erwar­tet Sät­ze über das Älter­wer­den, über Rou­ti­ne, über die ewi­ge Fra­ge, wie lan­ge das noch so wei­ter­ge­hen soll. Das Bemer­kens­wer­tes­te aber sagt Jag­ger fast neben­bei, kurz vor dem Schluss. Er erzählt, dass er auf sei­nen Streif­zü­gen durch …

„Wie können wir den Dritten Weltkrieg überleben?“ – Die Frage, die alles verrät

Konzentrische Ringe in Gold und Blau auf dunklem Grund, durchkreuzt von roten Spannungslinien – Sinnbild für Krieg, Angst und Untergang.

Ein Hacker öff­net Peter Thiels Geheim­zir­kel. Was die Mäch­ti­gen dort pla­nen, sagt am Ende mehr über uns als über sie – gele­sen mit Batail­le, Lacan und Spinoza.

Ein Schwei­zer Hack­ti­vist klopft an eine Tür, die es offi­zi­ell nie gab. Zwan­zig Jah­re lang stritt der Kreis mit dem unschein­ba­ren Namen „Dia­log“ sei­ne eige­ne Exis­tenz ab. Dann zog maia arson crimew Bruch­stü­cke …

Designerbaby: Wessen Wunsch lebt das Kind?

Abstrakte dunkle Grafik eines frühen Embryos aus überlappenden Zellkreisen, durchzogen von feinen Linien – Sinnbild für das Thema Designerbaby.

Über gene­ti­sche Pla­nung, das Unbe­wuss­te und die Bedeu­tung für das spä­te­re Kind

Zum ers­ten Mal haben For­schen­de ein­zel­ne Bau­stei­ne im Erb­gut mensch­li­cher Embryo­nen so genau ver­än­dert, dass eine Anwen­dung am Men­schen vor­stell­bar wird. Ein Team an der Colum­bia Uni­ver­si­ty in New York ließ die ver­än­der­ten Embryo­nen eini­ge Tage wach­sen – nur zu For­schungs­zwe­cken, nicht für eine Schwan­ger­schaft. In Deutsch­land ver­bie­tet das …

Geburt, Fortpflanzung, Tod – ist das wirklich alles?

Abstrakte Darstellung über den Sinn des Lebens – zwei feste Pole als Geburt und Tod, dazwischen fließende grüne Linien als Sinnbild für Begehren und Lebensstreben auf dunklem Hintergrund

Über einen düs­te­ren Satz von T. S. Eli­ot, das Begeh­ren und Spi­no­zas Gegenentwurf

T. S. Eli­ot lässt in sei­nem Vers­dra­ma „Sweeney Ago­nis­tes“ eine Figur einen Satz sagen, der hän­gen­bleibt. Sinn­ge­mäß: Wenn man alles weg­nimmt, blei­ben nur drei Tat­sa­chen übrig – Geburt, Fort­pflan­zung (Eli­ot spricht von Kopu­la­ti­on) und Tod. Mehr nicht. Gebo­ren wer­den, sich fort­pflan­zen, ster­ben. Das nack­te Gerüst eines Lebens.…

Immer noch etwas versäumt

Drei Knoten von links nach rechts: warm-golden und vernetzt bei Eichendorff, kühl-blau und teilweise verbunden bei Goethe, kalt und zerfallen bei Wenders – eine Bewegung ohne Ankommen.

Vom Taugenichts zu Wim Wenders – wie drei Texte zeigen, was mit uns passiert ist

Wil­helm steht allein auf dem Zug­spitz-Pla­teau im Schnee­sturm. Er hat Deutsch­land durch­quert, Men­schen getrof­fen, geliebt, wie­der ver­las­sen. Und jetzt die­ser eine Satz, der alles zusammenfasst:

„Es kam mir vor, als hät­te ich etwas ver­säumt. Als ver­säum­te ich immer noch etwas, mit jeder neu­en Bewegung.“

Das …

Shi Heng Yi und der Vater – Was ein Psychoanalytiker dazu sagt

Meister Shi Heng Yi und der Vater

Shi Heng Yi sagt, du sollst dei­nen Ava­tar los­las­sen. Der Psy­cho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan sagt: den kannst du nicht los­las­sen. Und das ist kei­ne schlech­te Nachricht.


Stell dir vor, du hast dein gan­zes Leben dar­auf gewar­tet, dass dein Vater dir ein­mal sagt: „Ich bin stolz auf dich. Du bist gut genug.“ Du hast trai­niert, gelernt, dich bewie­sen – hun­dert Lie­ge­stüt­ze, Note …

Trauma, Abstraktion und das Nicht-Darstellbare

Trauma

Das Trau­ma aus­drü­cken – wer ver­sucht hat, etwas wirk­lich Furcht­ba­res in Wor­te zu fas­sen, weiß: Es gelingt nicht voll­stän­dig. Was bleibt, wenn Spra­che und Bild ver­sa­gen? Eine Künst­le­rin und ein Psy­cho­ana­ly­ti­ker geben eine uner­war­te­te gemein­sa­me Antwort.


Der Satz einer Künstlerin nach dem Krieg

Maria Jare­ma war Male­rin und Bild­haue­rin im Polen der Nach­kriegs­zeit. Sie hat­te die deut­sche Besat­zung über­lebt, die Mas­sen­mor­de, …

Kann Vernunft die Welt retten? Warum ich trotzdem auf Spinoza setze

Vernunft Spinoza

Eine unbe­que­me Fra­ge, ob wir mit Ver­nunft wei­ter­kom­men – und ein ehr­li­cher Ver­such, sie zu beantworten.


Die Frage, die ich mir stelle

Neun Mil­lio­nen Tote im Ers­ten Welt­krieg. Fast alle Chris­ten. Fast alle Bür­ger auf­ge­klär­ter, gebil­de­ter Gesell­schaf­ten, die sich für ver­nünf­tig hiel­ten. Die Wei­ma­rer Repu­blik – kul­ti­viert, phi­lo­so­phisch ver­siert, eine der reichs­ten Kul­tu­ren der Moder­ne – brach­te das her­vor, was …

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