Der Tango der Geschlechter: Wer hat die Macht in der Beziehung?

Dunkles Sternenfeld, ein warmer und ein kühler Knoten von ähnlicher Helligkeit, verbunden von zwei geschwungenen Linien; auf der oberen ein heller Punkt zwischen beiden – Sinnbild für die Führung, die im Tango wandert.

Das Spiel der Geschlech­ter wird oft erzählt wie ein Krieg: Einer gewinnt, einer ver­liert. Der Tan­go erzählt es anders – aber nicht so, wie man viel­leicht denkt. Die Rol­len sind hier klar, und sie blei­ben es: Einer führt, einer folgt. Und trotz­dem ist der, der folgt, kein Die­ner. Das Fol­gen ist eine eige­ne Kunst und eine eige­ne Macht. Genau das …

Die Sehnsucht nach Heimkehr – Odysseus und das Begehren

Dunkles Sternenfeld, eine mäandernde Linie aus kühlen Wegmarken läuft auf einen warm glühenden Zielknoten mit Fadenkreuz zu – Sinnbild für den Umweg, der die Heimkehr trägt.

Die Odys­see trägt ihren Namen nach der Rei­se, nicht nach dem Ziel – und sie endet fast im Augen­blick, in dem Odys­seus ankommt. Das ist kein Zufall, son­dern der Schlüs­sel zum gan­zen Epos. Der Umweg trägt die Geschich­te, nicht das Erreich­te. Es ist die Sehn­sucht nach der Heim­kehr, was im Zen­trum steht. Mit dem Pscho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan gele­sen, ist die …

Ewig jung – und warum das die Jugend zerstört

Dunkles Sternenfeld mit zwei glühenden Polen – einem kühl-hellen und einem warm-bernsteinfarbenen –, zwischen denen ein Feld kleinerer Knoten gespannt ist. Sinnbild für die Spannung zwischen Jugend und Alter.

Robert Pogue Har­ri­son hat einen Satz geprägt, der erst para­dox klingt und einen dann nicht mehr los­lässt: Wer das Alter abschafft, schafft auch die Jugend ab. Er meint die Span­nung zwi­schen Alt und Jung, aus der her­aus erst Neu­es erwach­sen kann. Der Satz trifft etwas – nur reicht er nicht weit genug. Mit Lacan und Spi­no­za gele­sen ver­lie­ren wir mit …

Werden wir immer narzisstischer? Was Popsongs verraten

Dunkles Sternenfeld, ein hell glühender Mittelknoten, auf den dünne Linien von kleineren Knoten zulaufen, umgeben von einem zerfallenden Ring – Sinnbild für das laute Ich und das verschwundene Wir.

Eine Stu­die zählt die Wör­ter in den Tex­ten der erfolg­reichs­ten Pop­songs aus fünf­zig Jah­ren und zieht dar­aus ein Urteil über die Kul­tur: Das „ich“ tritt immer häu­fi­ger auf, das „wir“ immer sel­te­ner, also wer­de die Gesell­schaft zuse­hends nar­ziss­ti­scher und selbst­be­zo­ge­ner. Die Süd­deut­sche Zei­tung fasst es in drei Wör­ter: „Ich, ich, ich“. Das klingt sofort plau­si­bel – und genau des­halb lohnt …

Hinter der schönen Fassade: Mick Jagger, die Gottesanbeterin und die Lust an der Kehrseite

Dunkles Sternenfeld mit einem leuchtenden goldenen Knotennetz; links abgesetzt ein einzelner grüner Knoten als Sinnbild für die ausgeschlossene Kehrseite.

Mick Jag­ger sitzt in einer Lon­do­ner Hotel­suite, ganz in Schwarz, bald 83, und spricht über ein neu­es Album. „For­eign Ton­gues“ heißt es. Man erwar­tet Sät­ze über das Älter­wer­den, über Rou­ti­ne, über die ewi­ge Fra­ge, wie lan­ge das noch so wei­ter­ge­hen soll. Das Bemer­kens­wer­tes­te aber sagt Jag­ger fast neben­bei, kurz vor dem Schluss. Er erzählt, dass er auf sei­nen Streif­zü­gen durch …

Geburt, Fortpflanzung, Tod – ist das wirklich alles?

Abstrakte Darstellung über den Sinn des Lebens – zwei feste Pole als Geburt und Tod, dazwischen fließende grüne Linien als Sinnbild für Begehren und Lebensstreben auf dunklem Hintergrund

Über einen düs­te­ren Satz von T. S. Eli­ot, das Begeh­ren und Spi­no­zas Gegenentwurf

T. S. Eli­ot lässt in sei­nem Vers­dra­ma „Sweeney Ago­nis­tes“ eine Figur einen Satz sagen, der hän­gen­bleibt. Sinn­ge­mäß: Wenn man alles weg­nimmt, blei­ben nur drei Tat­sa­chen übrig – Geburt, Fort­pflan­zung (Eli­ot spricht von Kopu­la­ti­on) und Tod. Mehr nicht. Gebo­ren wer­den, sich fort­pflan­zen, ster­ben. Das nack­te Gerüst eines Lebens.…

Immer noch etwas versäumt

Drei Knoten von links nach rechts: warm-golden und vernetzt bei Eichendorff, kühl-blau und teilweise verbunden bei Goethe, kalt und zerfallen bei Wenders – eine Bewegung ohne Ankommen.

Vom Taugenichts zu Wim Wenders – wie drei Texte zeigen, was mit uns passiert ist

Wil­helm steht allein auf dem Zug­spitz-Pla­teau im Schnee­sturm. Er hat Deutsch­land durch­quert, Men­schen getrof­fen, geliebt, wie­der ver­las­sen. Und jetzt die­ser eine Satz, der alles zusammenfasst:

„Es kam mir vor, als hät­te ich etwas ver­säumt. Als ver­säum­te ich immer noch etwas, mit jeder neu­en Bewegung.“

Das …

Warum Frauen mehr teilen und ihr Abendessen ins Netz stellen

Kleiner goldener Knoten links – der Alltag, das Greifbare. Größerer violetter Knoten rechts – das Unsagbare dahinter. Verbunden durch eine gestrichelte Linie: der Spalt zwischen dem, was gezeigt wird, und dem, was gemeint ist.

Ein Foto von Erb­sen und Fer­tig­nu­deln. Dar­un­ter der Satz: „26 Jah­re Alters­un­ter­schied und ich bin mit sei­nem Kind schwan­ger.“ 4,4 Mil­lio­nen Nut­ze­rin­nen. Das männ­li­che Pen­dant: 42.000. Was erklärt die­sen Unterschied?


Essen und das Unsagbare

Auf Red­dit gibt es ein Forum namens Girl­din­ner­dia­ries. Das Prin­zip ist ein­fach: Frau­en foto­gra­fie­ren ihr Abend­essen — oft karg, schnell zusam­men­ge­stellt, manch­mal absurd — und schrei­ben …

Begehren – oder warum unser Verlangen nie befriedigt wird

Begehren

Ein zen­tra­ler Begriff Jac­ques Lacans – und was er über unser Innen­le­ben verrät


Das Rätsel der Erfüllung

Du hast es dir so sehr gewünscht. Die Stel­le. Die Bezie­hung. Das Haus. Den Urlaub. Die Aner­ken­nung. Und dann war es da – und nach kur­zer Zeit war die­ses Gefühl wie­der weg. Nicht weil die Sache schlecht wäre. Son­dern weil schon das nächs­te …

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