Nimm ihm die Rolex und den Porsche — und alles wird gut?

Klingbeil, die Rolex und der Neid, gelesen mit Spinoza und Lacan

Kling­beils Kampf­an­sa­ge gegen den Steu­er­be­trug ver­spricht Gerech­tig­keit. Sie bedient den Neid. Eine Ana­ly­se mit dem Phi­lo­so­phen Baruch de Spi­no­za und dem Psy­cho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan.

Ein Finanz­mi­nis­ter sitzt vor einer schlaff hän­gen­den Deutschland­fah­ne, dahin­ter ein Green­screen. Dazu dra­ma­ti­sche Musik. Die Arme vor der Brust ver­schränkt, der Blick fest. Dann der Satz, der durch die Netz­wer­ke jagt: „Gemein­sam sind wir stark und …

Wut im Netz und wer von ihr lebt

Dunkles Sternenfeld, ein glühender zentraler Knoten mit Fadenkreuz, gespeist von kleineren Satellitenknoten über dünne Linien – Sinnbild für die Wut-Maschine.

Eine Zei­tung schreibt, die Algo­rith­men der Tech­kon­zer­ne hät­ten durch das Beloh­nen von Wut im Netz das Kli­ma geschaf­fen, in dem Donald Trump Prä­si­dent wer­den konn­te. Der span­nen­de Begriff dar­in ist nicht „Trump“. Es ist „Wut“. Denn Wut lässt sich nicht aus dem Nichts erzeu­gen. Eine Maschi­ne kann sie nur dort abru­fen, wo schon ein Riss ist – und die­se Ris­se …

Geburt, Fortpflanzung, Tod – ist das wirklich alles?

Abstrakte Darstellung über den Sinn des Lebens – zwei feste Pole als Geburt und Tod, dazwischen fließende grüne Linien als Sinnbild für Begehren und Lebensstreben auf dunklem Hintergrund

Über einen düs­te­ren Satz von T. S. Eli­ot, das Begeh­ren und Spi­no­zas Gegenentwurf

T. S. Eli­ot lässt in sei­nem Vers­dra­ma „Sweeney Ago­nis­tes“ eine Figur einen Satz sagen, der hän­gen­bleibt. Sinn­ge­mäß: Wenn man alles weg­nimmt, blei­ben nur drei Tat­sa­chen übrig – Geburt, Fort­pflan­zung (Eli­ot spricht von Kopu­la­ti­on) und Tod. Mehr nicht. Gebo­ren wer­den, sich fort­pflan­zen, ster­ben. Das nack­te Gerüst eines Lebens.…

Intensität des Affektes und die Konsequenzen Teil 2

Spinoza Lehrsatz 5 Praxis

Es gibt Momen­te, in denen ein Affekt so inten­siv wird, dass er alles ande­re ver­drängt. Man sieht nur noch das, was einen ver­letzt hat. Man denkt nur noch in eine Rich­tung. Wer lan­ge wütend war, merkt das noch Stun­den spä­ter in den Schul­tern. Wer tief trau­rig war, denkt danach anders. Man han­delt – und weiß hin­ter­her nicht genau war­um. Spi­no­za …

Stärke der Affekte und ihre Ursachen Teil 1

Spinoza Lehrsatz 5 Theorie

Hast du dich jemals gefragt, war­um dich bestimm­te Din­ge so unver­hält­nis­mä­ßig stark tref­fen? War­um eine bei­läu­fi­ge Bemer­kung tage­lang nach­hallt, wäh­rend ein direk­ter Angriff dich manch­mal kaum berührt? Was macht eigent­lich die Stär­ke der Affek­te aus? Zur Ein­ord­nung: Affek­te sind extrem kurz und hef­tig (z.B. Schock, Wut­aus­bruch). Emo­tio­nen (wie Trau­er oder Freu­de) kön­nen über län­ge­re Zeit­räu­me anhal­ten.

Spi­no­za hat sich genau …

Wie Gefühle anstecken können

Gefühle Übertragung

Erle­ben ver­ste­hen · Zwischenmenschliches


Wie Gefühle zwischen Menschen hin- und herwandern – und was das für uns bedeutet


Du gehst gut gelaunt rein. Und kommst schwer raus.

Du gehst gut gelaunt in ein Gespräch. Zehn Minu­ten spä­ter bist du gedrückt, ange­spannt, irgend­wie schwer – ohne dass irgend­et­was Kon­kre­tes pas­siert wäre. Nie­mand hat dich ange­grif­fen. Nie­mand hat etwas Schlim­mes gesagt. Trotz­dem …

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