Der Tango der Geschlechter: Wer hat die Macht in der Beziehung?

Dunkles Sternenfeld, ein warmer und ein kühler Knoten von ähnlicher Helligkeit, verbunden von zwei geschwungenen Linien; auf der oberen ein heller Punkt zwischen beiden – Sinnbild für die Führung, die im Tango wandert.

Das Spiel der Geschlech­ter wird oft erzählt wie ein Krieg: Einer gewinnt, einer ver­liert. Der Tan­go erzählt es anders – aber nicht so, wie man viel­leicht denkt. Die Rol­len sind hier klar, und sie blei­ben es: Einer führt, einer folgt. Und trotz­dem ist der, der folgt, kein Die­ner. Das Fol­gen ist eine eige­ne Kunst und eine eige­ne Macht. Genau das …

Gewalt gegen Frauen – Versuch einer Deutung

Dunkles Sternenfeld, ein warm-rötlich glühender Knoten mit einem Riss und ein kühler, sich entfernender Knoten, verbunden von einem Band, das zum Ende hin ausfranst – Sinnbild für Trennung und Zusammenbruch.

Vor­weg, und das steht über allem: Die­ser Text erklärt eine Struk­tur, in der sich ein Täter bewegt – kei­nen Grund, der ihn getrie­ben hät­te, und er rela­ti­viert oder ent­schul­digt nichts. Die Ver­ant­wor­tung für Gewalt gegen Frau­en – manch­mal mit töd­li­chen Fol­gen – liegt allein beim Täter, ohne Abzug. Und die hier her­an­ge­zo­ge­nen The­sen sind nur eine Sicht neben ande­ren und …

Die Sehnsucht nach Heimkehr – Odysseus und das Begehren

Dunkles Sternenfeld, eine mäandernde Linie aus kühlen Wegmarken läuft auf einen warm glühenden Zielknoten mit Fadenkreuz zu – Sinnbild für den Umweg, der die Heimkehr trägt.

Die Odys­see trägt ihren Namen nach der Rei­se, nicht nach dem Ziel – und sie endet fast im Augen­blick, in dem Odys­seus ankommt. Das ist kein Zufall, son­dern der Schlüs­sel zum gan­zen Epos. Der Umweg trägt die Geschich­te, nicht das Erreich­te. Es ist die Sehn­sucht nach der Heim­kehr, was im Zen­trum steht. Mit dem Pscho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan gele­sen, ist die …

Ewig jung – und warum das die Jugend zerstört

Dunkles Sternenfeld mit zwei glühenden Polen – einem kühl-hellen und einem warm-bernsteinfarbenen –, zwischen denen ein Feld kleinerer Knoten gespannt ist. Sinnbild für die Spannung zwischen Jugend und Alter.

Robert Pogue Har­ri­son hat einen Satz geprägt, der erst para­dox klingt und einen dann nicht mehr los­lässt: Wer das Alter abschafft, schafft auch die Jugend ab. Er meint die Span­nung zwi­schen Alt und Jung, aus der her­aus erst Neu­es erwach­sen kann. Der Satz trifft etwas – nur reicht er nicht weit genug. Mit Lacan und Spi­no­za gele­sen ver­lie­ren wir mit …

Werden wir immer narzisstischer? Was Popsongs verraten

Dunkles Sternenfeld, ein hell glühender Mittelknoten, auf den dünne Linien von kleineren Knoten zulaufen, umgeben von einem zerfallenden Ring – Sinnbild für das laute Ich und das verschwundene Wir.

Eine Stu­die zählt die Wör­ter in den Tex­ten der erfolg­reichs­ten Pop­songs aus fünf­zig Jah­ren und zieht dar­aus ein Urteil über die Kul­tur: Das „ich“ tritt immer häu­fi­ger auf, das „wir“ immer sel­te­ner, also wer­de die Gesell­schaft zuse­hends nar­ziss­ti­scher und selbst­be­zo­ge­ner. Die Süd­deut­sche Zei­tung fasst es in drei Wör­ter: „Ich, ich, ich“. Das klingt sofort plau­si­bel – und genau des­halb lohnt …

Wut im Netz und wer von ihr lebt

Dunkles Sternenfeld, ein glühender zentraler Knoten mit Fadenkreuz, gespeist von kleineren Satellitenknoten über dünne Linien – Sinnbild für die Wut-Maschine.

Eine Zei­tung schreibt, die Algo­rith­men der Tech­kon­zer­ne hät­ten durch das Beloh­nen von Wut im Netz das Kli­ma geschaf­fen, in dem Donald Trump Prä­si­dent wer­den konn­te. Der span­nen­de Begriff dar­in ist nicht „Trump“. Es ist „Wut“. Denn Wut lässt sich nicht aus dem Nichts erzeu­gen. Eine Maschi­ne kann sie nur dort abru­fen, wo schon ein Riss ist – und die­se Ris­se …

Das Unheimliche am neuen Stones-Video „In the Stars“

Zwei fast identische Knotensysteme: links der gedämpfte, gealterte Original-Knoten, rechts sein hellerer, schärferer Doppelgänger. Eine flackernde, leicht verzerrte Linie verbindet beide – das Vertraute, das fremd zurückkehrt.

Mick Jag­ger ist 82. Im neu­en Video zu „In the Stars“ ist er Anfang zwan­zig. Das fühlt sich nicht ein­fach nach Nost­al­gie an. Es fühlt sich selt­sam an. Und genau die­ses Gefühl hat einen Namen – schon seit über hun­dert Jah­ren. Freud nann­te es 1919 das Unheim­li­che: das Ver­trau­te, das ver­drängt wie­der­kehrt und gera­de dar­um beun­ru­higt. Wir sehen die jun­gen

Shi Heng Yi und der Vater – Was ein Psychoanalytiker dazu sagt

Meister Shi Heng Yi und der Vater

Shi Heng Yi sagt, du sollst dei­nen Ava­tar los­las­sen. Der Psy­cho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan sagt: den kannst du nicht los­las­sen. Und das ist kei­ne schlech­te Nachricht.


Stell dir vor, du hast dein gan­zes Leben dar­auf gewar­tet, dass dein Vater dir ein­mal sagt: „Ich bin stolz auf dich. Du bist gut genug.“ Du hast trai­niert, gelernt, dich bewie­sen – hun­dert Lie­ge­stüt­ze, Note …

Angst vor Veränderung – warum wir das Neue gleichzeitig wollen und fürchten

Angst vor Veränderung

Angst vor Ver­än­de­rung kennt fast jeder – und trotz­dem zieht uns das Neue gleich­zei­tig an. Was hin­ter die­ser Ambi­va­lenz steckt, und war­um sie kein per­sön­li­ches Pro­blem ist, son­dern eine der grund­le­gends­ten Span­nun­gen im mensch­li­chen Erleben.


Das Gefühl, das keinen Namen hat

Du hörst von einer neu­en Mög­lich­keit – ein ande­rer Job, ein Umzug, eine Bezie­hung, eine Tech­no­lo­gie – und spürst sofort …

„Ich gehöre nicht mehr dazu“

Wenn wir uns aus­ge­schlos­sen füh­len – Was hin­ter dem Satz steckt, den kei­ner laut sagt

Es war ein ganz nor­ma­ler Nach­mit­tag. Ich über­que­re einen Fuß­gän­ger­über­weg – grü­ne Ampel, Vor­rang, alles klar. Ein Auto fährt durch, knapp hin­ter mir. Ich dre­he mich um. Direkt neben mir steht ein Mann, Mit­te fünf­zig viel­leicht, der das Gan­ze gese­hen hat.

Er schüt­telt den Kopf und sagt: …

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