Das Unheimliche am neuen Stones-Video „In the Stars“

Mick Jag­ger ist 82. Im neu­en Video zu „In the Stars“ ist er Anfang zwan­zig. Das fühlt sich nicht ein­fach nach Nost­al­gie an. Es fühlt sich selt­sam an. Und genau die­ses Gefühl hat einen Namen – schon seit über hun­dert Jahren.


Die Jungbrunnen-Maschine

Die Rol­ling Stones haben für das Video zu ihrer neu­en Sin­gle „In the Stars“ – dem ers­ten Vor­bo­ten ihres Albums „For­eign Ton­gues“, das im Juli erscheint – eine KI-Fir­ma namens Deep Voo­doo enga­giert. Die Spe­zia­li­tät: Deepf­ake-Tech­no­lo­gie, mit der Mick Jag­ger, Keith Richards und Ron­nie Wood digi­tal in ihre Zwan­zi­ger zurück­ver­setzt wer­den. Die­sel­be Fir­ma, gegrün­det von den South-Park-Machern, hat zuvor schon Kendrick Lamar und Bil­ly Joel auf ähn­li­che Wei­se verjüngt.

Das Ergeb­nis ist tech­nisch beein­dru­ckend. Die jun­gen Gesich­ter sind erkenn­bar die der ech­ten Stones – nicht irgend­wel­che Schau­spie­ler, son­dern digi­ta­le Wie­der­gän­ger ihrer selbst aus den Sieb­zi­gern. Inter­es­sant ist ein Detail, das auf­merk­sa­men Betrach­tern auf­fällt: Nie wird ein ver­jüng­tes Gesicht lan­ge in einer Ein­stel­lung gehal­ten. Immer nur kur­ze Momen­te. Das wirkt einer­seits pas­send für ein Musik­vi­deo – hat aber auch den prak­ti­schen Vor­teil, dass der naht­lo­se Gesichts­trans­fer nicht anfängt, an den Rän­dern zu reißen.

Und trotz­dem: Wer das Video sieht, hat sel­ten ein ein­fach nur schö­nes Gefühl. Eher ein leicht krib­beln­des Unbe­ha­gen, das sich schwer benen­nen lässt. Genau die­ses Gefühl hat Sig­mund Freud 1919 in einem Auf­satz beschrie­ben – und es trägt einen deut­schen Begriff, der seit­dem in der gan­zen Welt ver­wen­det wird: Das Unheimliche.


Was Freud unter dem Unheimlichen versteht

Sig­mund Freud unter­schei­det das Unheim­li­che vom ein­fa­chem Gru­seln oder Erschre­cken. Es geht nicht um das völ­lig Frem­de. Ein Mons­ter, das man noch nie gese­hen hat, ist beängs­ti­gend – aber nicht unheim­lich im Freud‚schen Sinne.

Unheim­lich ist etwas ande­res: etwas, das eigent­lich ver­traut ist – und genau dadurch beun­ru­hi­gend wird, weil es zugleich fremd wirkt. Freuds Kern­for­mel: Das Unheim­li­che ist das Ver­trau­te, das ver­drängt wur­de und in ent­stell­ter Form zurückkehrt.

Das Wort selbst trägt die­sen Dop­pel­sinn bereits in sich. „Heim­lich“ bedeu­tet im älte­ren Deutsch sowohl „ver­traut, zum Haus gehö­rig“ als auch „geheim, ver­bor­gen“. Das Unheim­li­che ist inso­fern nicht das schlich­te Gegen­teil des Heim­li­chen – es ist das Heim­li­che, das nicht ver­bor­gen geblie­ben ist. Etwas, das eigent­lich zu uns gehört, ans Licht kommt und gera­de dadurch fremd wird.

Freud zählt in sei­nem Auf­satz meh­re­re typi­sche Aus­lö­ser auf: den Dop­pel­gän­ger. Die Wie­der­kehr des immer Glei­chen. Leben­dig wer­den­de Pup­pen und Auto­ma­ten. Die Unsi­cher­heit, ob etwas belebt oder unbe­lebt ist. Spie­ge­lun­gen und Ver­dopp­lun­gen. Das Stones-Video ent­hält gleich meh­re­re die­ser Moti­ve auf ein­mal – fast so, als wäre es zur Illus­tra­ti­on des Auf­sat­zes gedreht worden.


Der Doppelgänger – und was Lacan daraus macht

Begin­nen wir beim Dop­pel­gän­ger. Die digi­tal ver­jüng­ten Stones sind weder die rea­len heu­ti­gen Stones noch ein­fa­che Archiv­auf­nah­men aus den Sieb­zi­gern. Sie sind etwas Drit­tes: eine künst­lich her­ge­stell­te Zweit­ge­stalt. Das Sub­jekt begeg­net einer ande­ren Ver­si­on sei­ner selbst – das ist fast die Defi­ni­ti­on des Doppelgängers.

Hier wird der Psy­cho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan inter­es­sant. Denn Lacan hat dem Dop­pel­gän­ger-Motiv eine gan­ze Theo­rie gewid­met, die er das Spie­gel­sta­di­um nennt. Sie besagt: Schon das klei­ne Kind iden­ti­fi­ziert sich mit sei­nem Spie­gel­bild – einem Bild, das voll­stän­di­ger, geord­ne­ter, kohä­ren­ter wirkt als das inne­re Erle­ben. Die­ses Bild wird zum Ich-Ide­al: zu dem, was man sein möch­te, wor­an man sich misst, dem man nie ganz entspricht.

Im Stones-Video kehrt die­ses Ver­hält­nis in zuge­spitz­ter Form wie­der. Die jun­gen, digi­tal per­fek­ten Gesich­ter sind das Ide­al-Bild – makel­los, vital, unge­al­tert. Die rea­len Kör­per dahin­ter sind über acht­zig. Zwi­schen bei­den klafft ein Abstand, und die­ser Abstand ist nicht nur bio­lo­gisch. Er ist die Grund­struk­tur des Sub­jekts über­haupt: die Dif­fe­renz zwi­schen dem Bild, das man von sich hat oder haben möch­te, und dem, was man tat­säch­lich ist.

Das Unbe­ha­gen, das man beim Anschau­en spürt, ist inso­fern kei­ne blo­ße Reak­ti­on auf eine etwa unper­fek­te Tech­nik. Es ist die Kon­fron­ta­ti­on mit einer Spal­tung, die jeder kennt – nur dass sie hier unge­wöhn­lich grell sicht­bar wird.


Wo das Reale durch die Glättung bricht

Lacan hat neben dem Ima­gi­nä­ren – dem Reich der Bil­der und Iden­ti­fi­ka­tio­nen – einen wei­te­ren Begriff, der hier ent­schei­dend ist: das Rea­le. Das Rea­le ist das, was sich der Sym­bo­li­sie­rung ent­zieht. Das, was sich nicht voll­stän­dig in Spra­che, Bild oder Bedeu­tung ein­fan­gen lässt. Es ist kein höhe­res Geheim­nis, son­dern eher ein har­ter Rest: das, wor­an jeder Ver­such der Dar­stel­lung abprallt.

Das Altern ist genau so etwas Rea­les. Man kann es beschrei­ben, bekla­gen, kul­tu­rell ver­ar­bei­ten, mit Cremes und Ope­ra­tio­nen bekämp­fen – aber man kann es nicht auf­he­ben. Es ist eine Tat­sa­che, die bleibt, was immer man über sie sagt oder gegen sie tut.

Was macht das KI-Video? Es ver­sucht, genau die­se rea­le Tat­sa­che bild­lich zu über­schrei­ben. Es sagt, in der Spra­che der beweg­ten Bil­der: Die Zeit ist auf­ge­ho­ben. Schaut her, hier sind die jun­gen Stones, so leben­dig wie damals.

Aber genau im Ver­such der Auf­he­bung wird das Rea­le erst recht spür­bar. Weil jeder Betrach­ter weiß, dass es nicht stimmt. Die Per­fek­ti­on der Ver­jün­gung erin­nert gera­de dadurch an das, was sie ver­de­cken soll. Es ist wie bei einer zu glat­ten Lüge: Je makel­lo­ser sie vor­ge­tra­gen wird, des­to mehr spürt man, dass da etwas über­tüncht wird. Das Rea­le des Alterns bricht durch die digi­ta­le Glät­tung – nicht trotz der Tech­nik, son­dern gera­de wegen ihr.


Belebt oder unbelebt – die Zone des Unbehagens

Freud war fas­zi­niert von einer bestimm­ten Unsi­cher­heit: der Fra­ge, ob etwas leben­dig ist oder nicht. Pup­pen, die zu atmen schei­nen. Auto­ma­ten, die sich bewe­gen wie Men­schen. Wachs­fi­gu­ren, bei denen man kurz zögert.

Das Stones-Video trifft genau die­se Zone. Man sieht ein Gesicht, das mensch­lich aus­sieht, ver­traut aus­sieht, emo­tio­nal les­bar ist – und spürt zugleich: Da stimmt etwas nicht. Es ist nicht ganz leben­dig. Nicht ganz real. Aber auch nicht ein­fach künst­lich. Die jun­gen Stones sind zu ver­traut, um bloß Ani­ma­ti­on zu sein, und zu künst­lich, um ver­traut zu bleiben.

In der Medi­en­psy­cho­lo­gie gibt es dafür einen eige­nen Begriff: das „uncan­ny val­ley“, das unheim­li­che Tal. Die Beob­ach­tung dahin­ter: Je mensch­li­cher eine künst­li­che Figur wirkt, des­to sym­pa­thi­scher emp­fin­den wir sie – bis zu einem Punkt kurz vor der voll­stän­di­gen Ähn­lich­keit. Dort kippt die Reak­ti­on plötz­lich in Unbe­ha­gen. Erst wenn die Figur abso­lut per­fekt – also nicht mehr unter­scheid­bar – wäre, ver­schwän­de das Unbe­ha­gen wieder.

Freuds Unheim­li­ches und das uncan­ny val­ley sind nicht das­sel­be. Das eine ist ein psy­cho­ana­ly­ti­scher Begriff über die Rück­kehr des Ver­dräng­ten, das ande­re eine wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gi­sche Beob­ach­tung über fast-mensch­li­che Figu­ren. Aber im Stones-Video über­schnei­den sich bei­de Ebe­nen fast ide­al: Die tech­ni­sche Fast-Per­fek­ti­on erzeugt das wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gi­sche Unbe­ha­gen – und die­ses Unbe­ha­gen öff­net die Tür für die tie­fe­re, psy­cho­ana­ly­ti­sche Beun­ru­hi­gung über Zeit, Alter und Tod.


Der Wunsch, der dahinter steckt

Was hier sicht­bar wird, ist mehr als eine tech­ni­sche Spie­le­rei. Es ist eine sehr alte, sehr mensch­li­che Phan­ta­sie: dass die Jugend nicht wirk­lich ver­lo­ren ist. Dass der begehr­te, vita­le Kör­per zurück­keh­ren kann. Dass das Bild – die Iko­ne, die kul­tu­rel­le Erin­ne­rung – stär­ker ist als der bio­lo­gi­sche Zerfall.

Die­se Phan­ta­sie ist nicht neu. Sie ist so alt wie der Jung­brun­nen-Mythos, so alt wie jedes Por­trät, das den Auf­trag­ge­ber jün­ger malt als er war. Neu ist nur die tech­ni­sche Prä­zi­si­on, mit der sie heu­te umge­setzt wer­den kann – foto­rea­lis­tisch, bewegt, fast nicht von ech­ten Auf­nah­men zu unterscheiden.

Und genau die­se Prä­zi­si­on macht den Unter­schied. Ein gemal­tes, idea­li­sier­tes Por­trät bleibt sicht­bar ein Bild – man weiß, dass es eine Deu­tung ist, kein Beweis. Das KI-Video aber bean­sprucht, fast Wirk­lich­keit zu sein. Es bewegt sich, es agiert, es behaup­tet Leben­dig­keit. Damit ver­schiebt es etwas: Die alte Phan­ta­sie der ewi­gen Jugend war frü­her als Wunsch erkenn­bar. Jetzt tritt sie als schein­ba­re Tat­sa­che auf. Und das ist deut­lich schwe­rer auszuhalten.


Was wir eigentlich begehren

Lacan wür­de noch eine Fra­ge stel­len, die unbe­que­mer ist: Was begeh­ren wir eigent­lich, wenn wir die jun­gen Stones sehen wollen?

Sei­ne Ant­wort wäre ver­mut­lich: nicht die Stones. Son­dern etwas, das wir auf sie pro­ji­zie­ren. Lacan nennt das Objekt des Begeh­rens das „objet petit a“ – das ver­lo­re­ne Objekt, das das Begeh­ren antreibt, ohne je gefun­den zu wer­den. Es hat kei­nen fes­ten Inhalt. Es ist das, was wir in den Din­gen und Men­schen suchen und nie ganz finden.

Die jun­gen Stones sind ein per­fek­ter Platz­hal­ter dafür. Sie ver­kör­pern etwas, das wir mit unse­rer eige­nen ver­lo­re­nen Jugend, mit Vita­li­tät, mit einer Zeit, in der noch alles offen schien, ver­bin­den. Wir sehen nicht eigent­lich Mick Jag­ger mit zwan­zig. Wir sehen ein Bild unse­res eige­nen Ver­lus­tes – und die Phan­ta­sie, dass die­ser Ver­lust rück­gän­gig gemacht wer­den könnte.

Des­halb berührt das Video Men­schen so eigen­tüm­lich, die mit den Stones gar nichts am Hut haben. Es geht nicht um die Band. Es geht um die Zeit, die an einem selbst vergeht.


Was Spinoza dazu sagen würde

Der Phi­lo­soph Baruch de Spi­no­za wür­de die Fra­ge ganz anders stel­len, nüch­ter­ner: Stei­gert die­ses Video die Hand­lungs­fä­hig­keit der Betrach­ter – oder ver­min­dert es sie?

Auf den ers­ten Blick scheint die Ant­wort posi­tiv. Das Video erzeugt Freu­de, Fas­zi­na­ti­on, viel­leicht Bewun­de­rung für die tech­ni­sche Leis­tung. Das sind Affek­te, die nach Spi­no­za das Tätig­keits­ver­mö­gen erhöhen.

Aber Spi­no­za unter­schei­det genau­er. Es gibt einen Unter­schied zwi­schen einer Freu­de, die aus adäqua­ter Erkennt­nis ent­steht – aus einem kla­ren Ver­ste­hen des­sen, was ist – und einer Freu­de, die auf einer inad­äqua­ten Idee beruht, einem Bild, das die Wirk­lich­keit ver­zerrt. Wer sich von der Vor­stel­lung mit­rei­ßen lässt, dass die Zeit auf­ge­ho­ben wer­den könn­te, gibt sich einem Affekt hin, der auf einer Täu­schung grün­det. Das mag im Moment ange­nehm sein. Aber es führt nicht zu grö­ße­rer Frei­heit – es bin­det den Geist an eine Fiktion.

Die unheim­li­che Irri­ta­ti­on, die vie­le beim Anschau­en emp­fin­den, wäre aus die­ser Per­spek­ti­ve fast etwas Gutes: ein Teil des Ver­stan­des, der sich wei­gert, die inad­äqua­te Idee zu schlu­cken. Das Unbe­ha­gen ist der Moment, in dem die adäqua­te Erkennt­nis – das Wis­sen um die rea­le Ver­gäng­lich­keit – sich gegen die ver­füh­re­ri­sche Illu­si­on behaup­tet. Wer das Unbe­ha­gen spürt, ist Spi­no­za näher als wer sich nur bezau­bern lässt.

Und hier tref­fen sich Spi­no­za und Lacan an einem über­ra­schen­den Punkt. Bei­de wür­den sagen: Die Illu­si­on, der Man­gel lie­ße sich schlie­ßen, die Zeit lie­ße sich auf­he­ben, das Ver­lo­re­ne lie­ße sich zurück­ho­len – die­se Illu­si­on ist nicht harm­los. Sie hält das Sub­jekt in einer Abhän­gig­keit. Rei­fer wird man nicht, indem man die Ver­gäng­lich­keit über­spielt, son­dern indem man sie anerkennt.


Eine kulturelle Bewegung, die größer wird

Das Stones-Video ist kein Ein­zel­fall. Es ist ein frü­hes, pro­mi­nen­tes Bei­spiel für etwas, das in den kom­men­den Jah­ren häu­fi­ger wer­den wird: digi­ta­le Ver­jün­gung, digi­ta­le Auf­er­ste­hung, digi­ta­le Fort­schrei­bung von Kar­rie­ren über bio­lo­gi­sche Gren­zen hin­aus. ABBA tre­ten als ver­jüng­te Ava­tare auf. Ver­stor­be­ne Schau­spie­ler wer­den für neue Fil­me rekon­stru­iert. Die Gren­ze zwi­schen leben­di­ger Gegen­wart und tech­ni­scher Repro­duk­ti­on wird durchlässiger.

Man kann das fei­ern als Tri­umph der Krea­ti­vi­tät. Man kann es fürch­ten als Ver­lust des Authen­ti­schen. Spi­no­za wür­de nicht zu schnel­len Urtei­len in bei­de Rich­tun­gen raten. Er wür­de fra­gen: Was tut die­se Tech­nik mit unse­rem Ver­ständ­nis von uns selbst? Bringt sie uns näher an ein kla­res Ver­ste­hen unse­rer Lage – oder wei­ter weg?

Die ehr­lichs­te Ant­wort lau­tet wohl: bei­des ist mög­lich. Es kommt dar­auf an, ob wir das Unheim­li­che als Stö­rung behan­deln, die man weg­re­tu­schie­ren muss – oder als Hin­weis, den es ernst zu neh­men gilt.


Was bleibt

Das Unheim­li­che, das vie­le beim Stones-Video spü­ren, ver­schwin­det ver­mut­lich nicht mit bes­se­rer Soft­ware. Es liegt nicht an der Qua­li­tät der Ani­ma­ti­on. Es liegt dar­an, dass hier zwei Din­ge gleich­zei­tig wahr sind, die nicht zusam­men­pas­sen: der Wunsch, die Zeit zu besie­gen, und das Wis­sen, dass das nicht geht.

Freud hat genau die­sen Mecha­nis­mus beschrie­ben – lan­ge bevor es Deepf­akes gab. Lacan hat gezeigt, war­um das Bild, mit dem wir uns iden­ti­fi­zie­ren, uns immer auch fremd bleibt. Und Spi­no­za hät­te uns dar­an erin­nert, dass die Frei­heit nicht dar­in liegt, die Ver­gäng­lich­keit zu über­spie­len, son­dern sie zu verstehen.

Viel­leicht ist das die eigent­li­che Bot­schaft des Vide­os – eine, die sei­ne Macher gar nicht beab­sich­tigt haben. Es zeigt uns nicht, dass die Zeit auf­heb­bar ist. Es zeigt uns, wie sehr wir uns das wün­schen – und wie genau wir zugleich wis­sen, dass es nicht stimmt.


Die­ser Arti­kel bezieht sich auf Sig­mund Freuds Auf­satz „Das Unheim­li­che“ (1919), Jac­ques Lacans Kon­zep­te des Spie­gel­sta­di­ums, des Rea­len und des objet petit a sowie Spi­no­zas Leh­re der adäqua­ten und inad­äqua­ten Affek­te. Das bespro­che­ne Musik­vi­deo „In the Stars“ der Rol­ling Stones, pro­du­ziert mit Deepf­ake-Tech­no­lo­gie der Fir­ma Deep Voo­doo, erschien im Mai 2026 als Vor­bo­te des Albums „For­eign Tongues“.

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