Das Unheimliche am neuen Stones-Video „In the Stars“

Zwei fast identische Knotensysteme: links der gedämpfte, gealterte Original-Knoten, rechts sein hellerer, schärferer Doppelgänger. Eine flackernde, leicht verzerrte Linie verbindet beide – das Vertraute, das fremd zurückkehrt.

Mick Jag­ger ist 82. Im neu­en Video zu „In the Stars“ ist er Anfang zwan­zig. Das fühlt sich nicht ein­fach nach Nost­al­gie an. Es fühlt sich selt­sam an. Und genau die­ses Gefühl hat einen Namen – schon seit über hun­dert Jah­ren. Freud nann­te es 1919 das Unheim­li­che: das Ver­trau­te, das ver­drängt wie­der­kehrt und gera­de dar­um beun­ru­higt. Wir sehen die jun­gen

Hinter der schönen Fassade: Mick Jagger, die Gottesanbeterin und die Lust an der Kehrseite

Dunkles Sternenfeld mit einem leuchtenden goldenen Knotennetz; links abgesetzt ein einzelner grüner Knoten als Sinnbild für die ausgeschlossene Kehrseite.

Mick Jag­ger sitzt in einer Lon­do­ner Hotel­suite, ganz in Schwarz, bald 83, und spricht über ein neu­es Album. „For­eign Ton­gues“ heißt es. Man erwar­tet Sät­ze über das Älter­wer­den, über Rou­ti­ne, über die ewi­ge Fra­ge, wie lan­ge das noch so wei­ter­ge­hen soll. Das Bemer­kens­wer­tes­te aber sagt Jag­ger fast neben­bei, kurz vor dem Schluss. Er erzählt, dass er auf sei­nen Streif­zü­gen durch …

Designerbaby: Wessen Wunsch lebt das Kind?

Abstrakte dunkle Grafik eines frühen Embryos aus überlappenden Zellkreisen, durchzogen von feinen Linien – Sinnbild für das Thema Designerbaby.

Über gene­ti­sche Pla­nung, das Unbe­wuss­te und die Bedeu­tung für das spä­te­re Kind

Zum ers­ten Mal haben For­schen­de ein­zel­ne Bau­stei­ne im Erb­gut mensch­li­cher Embryo­nen so genau ver­än­dert, dass eine Anwen­dung am Men­schen vor­stell­bar wird. Ein Team an der Colum­bia Uni­ver­si­ty in New York ließ die ver­än­der­ten Embryo­nen eini­ge Tage wach­sen – nur zu For­schungs­zwe­cken, nicht für eine Schwan­ger­schaft. In Deutsch­land ver­bie­tet das …

Immer noch etwas versäumt

Drei Knoten von links nach rechts: warm-golden und vernetzt bei Eichendorff, kühl-blau und teilweise verbunden bei Goethe, kalt und zerfallen bei Wenders – eine Bewegung ohne Ankommen.

Vom Taugenichts zu Wim Wenders – wie drei Texte zeigen, was mit uns passiert ist

Wil­helm steht allein auf dem Zug­spitz-Pla­teau im Schnee­sturm. Er hat Deutsch­land durch­quert, Men­schen getrof­fen, geliebt, wie­der ver­las­sen. Und jetzt die­ser eine Satz, der alles zusammenfasst:

„Es kam mir vor, als hät­te ich etwas ver­säumt. Als ver­säum­te ich immer noch etwas, mit jeder neu­en Bewegung.“

Das …

Warum Frauen mehr teilen und ihr Abendessen ins Netz stellen

Kleiner goldener Knoten links – der Alltag, das Greifbare. Größerer violetter Knoten rechts – das Unsagbare dahinter. Verbunden durch eine gestrichelte Linie: der Spalt zwischen dem, was gezeigt wird, und dem, was gemeint ist.

Ein Foto von Erb­sen und Fer­tig­nu­deln. Dar­un­ter der Satz: „26 Jah­re Alters­un­ter­schied und ich bin mit sei­nem Kind schwan­ger.“ 4,4 Mil­lio­nen Nut­ze­rin­nen. Das männ­li­che Pen­dant: 42.000. Was erklärt die­sen Unterschied?


Essen und das Unsagbare

Auf Red­dit gibt es ein Forum namens Girl­din­ner­dia­ries. Das Prin­zip ist ein­fach: Frau­en foto­gra­fie­ren ihr Abend­essen — oft karg, schnell zusam­men­ge­stellt, manch­mal absurd — und schrei­ben …

Selbstsabotage – warum wir immer wieder dasselbe tun, obwohl wir es besser wissen

**ALT-Text:** Ein roter Zentralknoten mit dichten konzentrischen Ringen, umgeben von sechs Satelliten auf einer geschlossenen Kreisbahn mit Richtungspfeilen – die Schleife der Jouissance, die sich immer wiederholt und nie ankommt.

Selbst­sa­bo­ta­ge – wer kennt das nicht. Man weiß genau, was man tun soll­te. Und tut es trotz­dem nicht. Oder tut das, was man las­sen soll­te, immer wie­der. Das hat einen Namen – und eine Erklä­rung, die tie­fer geht als Willensschwäche.


Das Muster, das sich wiederholt

Du nimmst dir vor, frü­her schla­fen zu gehen. Und scrollst wie­der bis Mit­ter­nacht. Du weißt, …

Wir-Gefühl – warum eine Mannschaft erst durch den Gegner entsteht

Zwei vernetzte Knotensysteme in Gold und Türkis stehen sich gegenüber. Pfeile zwischen beiden zeigen die gegenseitige Aktivierung – das Wir-Gefühl entsteht erst durch das Ihr.

Wir-Gefühl – kaum etwas erzeugt es so zuver­läs­sig wie eine Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft. Aber woher kommt es eigent­lich? Und war­um braucht es dafür immer einen Gegner?


Alle vier Jahre dasselbe Wunder

Men­schen, die sich sonst kaum ken­nen, tra­gen plötz­lich die­sel­ben Far­ben. Frem­de umar­men sich nach einem Tor. Wer sonst nicht mal weiß, wer gera­de Bun­des­li­ga­meis­ter ist, schaut jedes Spiel mit ange­hal­te­nem Atem. …

Warum das Streben nach dem Ideal Aggression gegen sich selbst auslöst

Zwei Knotensysteme getrennt durch eine Spiegellinie: links ein kleinerer goldener Knoten – das Selbst, rechts ein größerer, hellerer Knoten – das Ideal. Drei rote Pfeile zeigen vom Ideal nach links, symbolisieren die Aggression, die aus dem Vergleich mit dem Ideal entsteht.

Aggres­si­on gegen sich selbst – wer sie kennt, fragt sich oft: Woher kommt das? Die Ant­wort liegt tie­fer als erwartet.


Das Bild, das nie stimmt

Du siehst ein Foto von dir und denkst: So sehe ich wirk­lich aus? Du hörst dich auf einer Auf­nah­me und erkennst dich kaum. Du siehst jeman­den, der das, was dir wich­tig ist, bes­ser zu kön­nen …

Shi Heng Yi und der Vater – Was ein Psychoanalytiker dazu sagt

Meister Shi Heng Yi und der Vater

Shi Heng Yi sagt, du sollst dei­nen Ava­tar los­las­sen. Der Psy­cho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan sagt: den kannst du nicht los­las­sen. Und das ist kei­ne schlech­te Nachricht.


Stell dir vor, du hast dein gan­zes Leben dar­auf gewar­tet, dass dein Vater dir ein­mal sagt: „Ich bin stolz auf dich. Du bist gut genug.“ Du hast trai­niert, gelernt, dich bewie­sen – hun­dert Lie­ge­stüt­ze, Note …

Trauma, Abstraktion und das Nicht-Darstellbare

Trauma

Das Trau­ma aus­drü­cken – wer ver­sucht hat, etwas wirk­lich Furcht­ba­res in Wor­te zu fas­sen, weiß: Es gelingt nicht voll­stän­dig. Was bleibt, wenn Spra­che und Bild ver­sa­gen? Eine Künst­le­rin und ein Psy­cho­ana­ly­ti­ker geben eine uner­war­te­te gemein­sa­me Antwort.


Der Satz einer Künstlerin nach dem Krieg

Maria Jare­ma war Male­rin und Bild­haue­rin im Polen der Nach­kriegs­zeit. Sie hat­te die deut­sche Besat­zung über­lebt, die Mas­sen­mor­de, …

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Mentara hört zu · Lac fragt nach · Tenaro probiert aus.
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