Immer noch etwas versäumt

Drei Knoten von links nach rechts: warm-golden und vernetzt bei Eichendorff, kühl-blau und teilweise verbunden bei Goethe, kalt und zerfallen bei Wenders – eine Bewegung ohne Ankommen.

Vom Taugenichts zu Wim Wenders – wie drei Texte zeigen, was mit uns passiert ist

Wil­helm steht allein auf dem Zug­spitz-Pla­teau im Schnee­sturm. Er hat Deutsch­land durch­quert, Men­schen getrof­fen, geliebt, wie­der ver­las­sen. Und jetzt die­ser eine Satz, der alles zusammenfasst:

„Es kam mir vor, als hät­te ich etwas ver­säumt. Als ver­säum­te ich immer noch etwas, mit jeder neu­en Bewegung.“

Das …

Warum Frauen mehr teilen und ihr Abendessen ins Netz stellen

Kleiner goldener Knoten links – der Alltag, das Greifbare. Größerer violetter Knoten rechts – das Unsagbare dahinter. Verbunden durch eine gestrichelte Linie: der Spalt zwischen dem, was gezeigt wird, und dem, was gemeint ist.

Ein Foto von Erb­sen und Fer­tig­nu­deln. Dar­un­ter der Satz: „26 Jah­re Alters­un­ter­schied und ich bin mit sei­nem Kind schwan­ger.“ 4,4 Mil­lio­nen Nut­ze­rin­nen. Das männ­li­che Pen­dant: 42.000. Was erklärt die­sen Unterschied?


Essen und das Unsagbare

Auf Red­dit gibt es ein Forum namens Girl­din­ner­dia­ries. Das Prin­zip ist ein­fach: Frau­en foto­gra­fie­ren ihr Abend­essen — oft karg, schnell zusam­men­ge­stellt, manch­mal absurd — und schrei­ben …

Selbstsabotage – warum wir immer wieder dasselbe tun, obwohl wir es besser wissen

**ALT-Text:** Ein roter Zentralknoten mit dichten konzentrischen Ringen, umgeben von sechs Satelliten auf einer geschlossenen Kreisbahn mit Richtungspfeilen – die Schleife der Jouissance, die sich immer wiederholt und nie ankommt.

Selbst­sa­bo­ta­ge – wer kennt das nicht. Man weiß genau, was man tun soll­te. Und tut es trotz­dem nicht. Oder tut das, was man las­sen soll­te, immer wie­der. Das hat einen Namen – und eine Erklä­rung, die tie­fer geht als Willensschwäche.


Das Muster, das sich wiederholt

Du nimmst dir vor, frü­her schla­fen zu gehen. Und scrollst wie­der bis Mit­ter­nacht. Du weißt, …

Wir-Gefühl – warum eine Mannschaft erst durch den Gegner entsteht

Zwei vernetzte Knotensysteme in Gold und Türkis stehen sich gegenüber. Pfeile zwischen beiden zeigen die gegenseitige Aktivierung – das Wir-Gefühl entsteht erst durch das Ihr.

Wir-Gefühl – kaum etwas erzeugt es so zuver­läs­sig wie eine Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft. Aber woher kommt es eigent­lich? Und war­um braucht es dafür immer einen Gegner?


Alle vier Jahre dasselbe Wunder

Men­schen, die sich sonst kaum ken­nen, tra­gen plötz­lich die­sel­ben Far­ben. Frem­de umar­men sich nach einem Tor. Wer sonst nicht mal weiß, wer gera­de Bun­des­li­ga­meis­ter ist, schaut jedes Spiel mit ange­hal­te­nem Atem. …

Warum das Streben nach dem Ideal Aggression gegen sich selbst auslöst

Zwei Knotensysteme getrennt durch eine Spiegellinie: links ein kleinerer goldener Knoten – das Selbst, rechts ein größerer, hellerer Knoten – das Ideal. Drei rote Pfeile zeigen vom Ideal nach links, symbolisieren die Aggression, die aus dem Vergleich mit dem Ideal entsteht.

Aggres­si­on gegen sich selbst – wer sie kennt, fragt sich oft: Woher kommt das? Die Ant­wort liegt tie­fer als erwartet.


Das Bild, das nie stimmt

Du siehst ein Foto von dir und denkst: So sehe ich wirk­lich aus? Du hörst dich auf einer Auf­nah­me und erkennst dich kaum. Du siehst jeman­den, der das, was dir wich­tig ist, bes­ser zu kön­nen …

Shi Heng Yi und der Vater – Was ein Psychoanalytiker dazu sagt

Meister Shi Heng Yi und der Vater

Shi Heng Yi sagt, du sollst dei­nen Ava­tar los­las­sen. Der Psy­cho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan sagt: den kannst du nicht los­las­sen. Und das ist kei­ne schlech­te Nachricht.


Stell dir vor, du hast dein gan­zes Leben dar­auf gewar­tet, dass dein Vater dir ein­mal sagt: „Ich bin stolz auf dich. Du bist gut genug.“ Du hast trai­niert, gelernt, dich bewie­sen – hun­dert Lie­ge­stüt­ze, Note …

Trauma, Abstraktion und das Nicht-Darstellbare

Trauma

Das Trau­ma aus­drü­cken – wer ver­sucht hat, etwas wirk­lich Furcht­ba­res in Wor­te zu fas­sen, weiß: Es gelingt nicht voll­stän­dig. Was bleibt, wenn Spra­che und Bild ver­sa­gen? Eine Künst­le­rin und ein Psy­cho­ana­ly­ti­ker geben eine uner­war­te­te gemein­sa­me Antwort.


Der Satz einer Künstlerin nach dem Krieg

Maria Jare­ma war Male­rin und Bild­haue­rin im Polen der Nach­kriegs­zeit. Sie hat­te die deut­sche Besat­zung über­lebt, die Mas­sen­mor­de, …

Ablenkung – warum wir dem Nachdenken über unser Leben ausweichen

Ablenkung

Ablen­kung – wir alle ken­nen sie, wir alle betrei­ben sie. Aber war­um eigent­lich? Und vor was wei­chen wir damit aus?


Die merkwürdige Zwischenzone

Die meis­ten Men­schen im moder­nen Wes­ten glau­ben nicht mehr wirk­lich an ein Jen­seits. Sie haben die alten Ver­spre­chen – Him­mel, Gericht, Erlö­sung – nicht bewusst auf­ge­ge­ben, aber sie tra­gen sie nicht mehr wirk­lich mit. Die meta­phy­si­schen Flucht­we­ge, die …

Verletzlichkeit zeigen – warum das, was wir verstecken, uns am stärksten trifft

Verletzlichkeit zeigen

Ein rus­si­sches Mär­chen, eine phi­lo­so­phi­sche Deu­tung – und eine der unbe­quems­ten Wahr­hei­ten über mensch­li­che Stär­ke: Ver­letz­lich­keit zei­gen können.


Der Unsterbliche und sein Geheimnis

In einem rus­si­schen Mär­chen lebt eine Gestalt namens Koschtsch­ei, der Unsterb­li­che. Er ist mäch­tig, gefürch­tet, unbe­sieg­bar. Kein Schwert kann ihn tref­fen, kein Feu­er ihn ver­bren­nen, kein Tod ihn zu fas­sen krie­gen. Er ent­führt jun­ge Frau­en, herrscht über …

Leben nach dem Tod – warum wir daran glauben müssen

Leben nach dem Tod

Leben nach dem Tod – eine Fra­ge, die kei­ne Gesell­schaft je los­ge­las­sen hat. Und ein Gedan­ke, der uns mehr über die Leben­den ver­rät als über die Toten.


Die Frage, die nicht verschwindet

Kei­ne Gesell­schaft ist je ohne sie aus­ge­kom­men. Im Wes­ten das Jüngs­te Gericht — der Moment, an dem jede Tat auf­ge­rech­net wird, an dem kein Wort ver­lo­ren geht und kei­ne …

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