Neuronen an- und ausschalten: Zur Optogenetik bei Depression

Dunkelblaues Netz aus vielen blassen Nervenzellen. Ein Lichtkegel von oben links trifft einen kleinen Cluster, der türkis aufleuchtet. Rechts ein warmes Zentrum mit Ringen und Schallbögen, von dem feine goldene Linien zu anderen Knoten des Netzes reichen.

Über einen Schal­ter für die Trau­rig­keit – und die Fra­ge, was dabei ver­lo­ren gehen könnte


Ein Schalter für die Traurigkeit?

Stell dir vor, bei einer Depres­si­on lie­ße sich eines Tages ein Schal­ter umle­gen. Du bist seit Mona­ten wie aus­ge­knipst, mor­gens kommst du kaum hoch, nichts macht Freu­de, und alles, was Men­schen dir raten, prallt ab. Und dann heißt es: bestimm­te …

Napoleons Brief von 1809 – was sich aus einem Text lesen lässt und was nicht

Dunkelblaues Netzdiagramm: oben links ein fernes goldenes Zentrum, über ein Hauptquartier mit sechs goldenen Heereskorps verbunden. Ein einzelner leuchtender Bogen führt zu einem türkisen Punkt unten links, rechts unten liegt ein kalter, unscharfer blauer Nebel.

Über einen ent­zif­fer­ten Kriegs­brief – und die Fra­ge, ob man aus einem Text einen Men­schen lesen kann


Ein Brief, den niemand allein geschrieben hat

Ende März 1809, ein Gene­ral in Dal­ma­ti­en. Er weiß, dass Öster­reich rüs­tet. Er weiß nicht, wie stark die eige­nen Trup­pen wirk­lich sind, wo sie ste­hen und ob er im Ernst­fall allein dasteht. Dann kommt ein ver­schlüs­sel­ter Brief …

Körperideal: der perfekte Körper, den es nicht gibt

Dunkelblaues Diagramm: links ein warmes, leicht ungeordnetes Knotensystem (das reale Subjekt), getrennt durch eine leuchtende Spiegellinie von einem größeren, kalt-glänzenden, perfekt symmetrischen Gebilde rechts (das ideale Spiegelbild). Der Blick geht hin und kehrt entfremdet zurück.

Über das Ide­al­bild des Kör­pers – war­um wir uns nicht nur mit ihm ver­glei­chen, son­dern uns in in ein Kör­pe­ride­al hineinversenken


Ein Bild, das keinen Menschen zeigt

Du scrollst vor­bei, und da ist er: der makel­lo­se Kör­per. Glat­te Haut, per­fek­te Pro­por­tio­nen, kein Makel, kein Zufall. Du weißt, dass er bear­bei­tet ist, viel­leicht nicht ein­mal echt, womög­lich ganz aus dem Rech­ner. …

Herzklopfen und Verliebtheit – über die Ursache und die Wirkung

Dunkelblaues Diagramm: ein rotes pulsierendes Zentrum (körperliche Erregung), das über eine schwache gestrichelte Linie mit der wahren Ursache (kalt-blau, Gefahr) verbunden ist, während ein kräftiger leuchtender Bogen zu einer goldenen Person führt — die Fehlzuschreibung der Erregung.

Über die Ver­wechs­lung von Auf­re­gung und Anzie­hung – und was sie über Herz­klop­fen und Ver­liebt­heit ver­rät


Das Kribbeln, das lügt

Du steigst aus der Ach­ter­bahn, das Herz rast noch, die Hän­de sind feucht, im Bauch die­ses flaue Gefühl. Neben dir jemand, den du gera­de erst ken­nen­ge­lernt hast. Und plötz­lich: Die­se Per­son ist unge­heu­er anzie­hend. War sie das schon vor­her? Oder ist …

Angst vor dem Tod? Der freie Mensch denkt nicht an den Tod

zwei Hälften, getrennt durch eine senkrechte Linie. Links: ein dunkles Gravitationszentrum, das Subjekt schaut zurück. Rechts: offene Pfeile in verschiedene Richtungen, lichte Punkte die sich entfalten. Die Entscheidung der Aufmerksamkeit als Bild.

Über die Angst vor dem Tod und den pro­vo­kan­tes­ten Satz der Ethi­ca – und war­um er kein Auf­ruf zur Ver­drän­gung ist


Ein Satz, der sich falsch anfühlt

Der 67. Lehr­satz aus dem vier­ten Teil der Ethi­ca klingt beim ers­ten Lesen selt­sam – fast naiv:

„Der freie Mensch denkt an nichts weni­ger als an den Tod, und sei­ne Weis­heit ist nicht eine Betrach­tung

…

Kollektiver Wahn – Wenn Überzeugungen sich der Realität verweigern

18 Masse-Punkte im Oval, alle Pfeile auf einen einzelnen isolierten Punkt gerichtet. Die Punkte sind untereinander verbunden (Kollektiv), aber kein Pfeil zeigt woanders hin — das ist der Sündenbockmechanismus.

Kol­lek­ti­ver Wahn und die damit ver­bun­de­ne Fak­ten­re­sis­tenz, Feind­bil­der und die Fra­ge, war­um das immer wie­der passiert


Das Rätsel der unerschütterlichen Gewissheit

Du kennst das Mus­ter. Jemand ist abso­lut über­zeugt – und kein Argu­ment dringt durch. Nicht weil die Per­son dumm wäre. Nicht weil sie bös­wil­lig ist. Son­dern weil die Über­zeu­gung eine ande­re Funk­ti­on hat als das Abbil­den von Rea­li­tät. Sie …

Nimm ihm die Rolex und den Porsche — und alles wird gut?

Klingbeil, die Rolex und der Neid, gelesen mit Spinoza und Lacan

Kling­beils Kampf­an­sa­ge gegen den Steu­er­be­trug ver­spricht Gerech­tig­keit. Sie bedient den Neid. Eine Ana­ly­se mit dem Phi­lo­so­phen Baruch de Spi­no­za und dem Psy­cho­ana­ly­ti­ker Jac­ques Lacan.

Ein Finanz­mi­nis­ter sitzt vor einer schlaff hän­gen­den Deutschland­fah­ne, dahin­ter ein Green­screen. Dazu dra­ma­ti­sche Musik. Die Arme vor der Brust ver­schränkt, der Blick fest. Dann der Satz, der durch die Netz­wer­ke jagt: „Gemein­sam sind wir stark und …

Wut im Netz und wer von ihr lebt

Dunkles Sternenfeld, ein glühender zentraler Knoten mit Fadenkreuz, gespeist von kleineren Satellitenknoten über dünne Linien – Sinnbild für die Wut-Maschine.

Eine Zei­tung schreibt, die Algo­rith­men der Tech­kon­zer­ne hät­ten durch das Beloh­nen von Wut im Netz das Kli­ma geschaf­fen, in dem Donald Trump Prä­si­dent wer­den konn­te. Der span­nen­de Begriff dar­in ist nicht „Trump“. Es ist „Wut“. Denn Wut lässt sich nicht aus dem Nichts erzeu­gen. Eine Maschi­ne kann sie nur dort abru­fen, wo schon ein Riss ist – und die­se Ris­se …

Geburt, Fortpflanzung, Tod – ist das wirklich alles?

Abstrakte Darstellung über den Sinn des Lebens – zwei feste Pole als Geburt und Tod, dazwischen fließende grüne Linien als Sinnbild für Begehren und Lebensstreben auf dunklem Hintergrund

Über einen düs­te­ren Satz von T. S. Eli­ot, das Begeh­ren und Spi­no­zas Gegenentwurf

T. S. Eli­ot lässt in sei­nem Vers­dra­ma „Sweeney Ago­nis­tes“ eine Figur einen Satz sagen, der hän­gen­bleibt. Sinn­ge­mäß: Wenn man alles weg­nimmt, blei­ben nur drei Tat­sa­chen übrig – Geburt, Fort­pflan­zung (Eli­ot spricht von Kopu­la­ti­on) und Tod. Mehr nicht. Gebo­ren wer­den, sich fort­pflan­zen, ster­ben. Das nack­te Gerüst eines Lebens.…

Intensität des Affektes und die Konsequenzen Teil 2

Spinoza Lehrsatz 5 Praxis

Es gibt Momen­te, in denen ein Affekt so inten­siv wird, dass er alles ande­re ver­drängt. Man sieht nur noch das, was einen ver­letzt hat. Man denkt nur noch in eine Rich­tung. Wer lan­ge wütend war, merkt das noch Stun­den spä­ter in den Schul­tern. Wer tief trau­rig war, denkt danach anders. Man han­delt – und weiß hin­ter­her nicht genau war­um. Spi­no­za …

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