<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Blog beratung-therapie.de</title>
	<atom:link href="http://blog.beratung-therapie.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.beratung-therapie.de</link>
	<description>Der Blog zum Thema Beratung &#38; Therapie im Netz</description>
	<lastBuildDate>Thu, 12 Nov 2009 14:09:43 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Zum Tode von Robert Enke</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2009/11/zum-tode-von-robert-enke/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2009/11/zum-tode-von-robert-enke/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 13:54:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vdrewes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=31</guid>
		<description><![CDATA[Es ist schon beeindruckend: im Zusammenhang mit dem Tod von Robert Enke wird die ganze Palette der Gefühle hervorgeholt; man hat Mitleid, Mitgefühl, ist erschüttert, zornig und tieftraurig. Auch die Experten melden sich zu Wort und stellen Mutmassungen über die Gründe dieser Tat an. Und gerade jetzt zeigt sich wieder einmal, wie unwissend all diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon beeindruckend: im Zusammenhang mit dem Tod von Robert Enke wird die ganze Palette der Gefühle hervorgeholt; man hat Mitleid, Mitgefühl, ist erschüttert, zornig und tieftraurig. Auch die Experten melden sich zu Wort und stellen Mutmassungen über die Gründe dieser Tat an. Und gerade jetzt zeigt sich wieder einmal, wie unwissend all diese Menschen sind, wenn es um seelische Krankheiten geht. Das trifft auch auf den Verfasser des Artikels <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite-Robert-Enke-Hannover-96-Depressionen-Nationalmannschaft;art705,2947645" target="_blank">&#8220;Robert Enke &#8211; Das Spiel und das Leben&#8221;</a> im Berliner Tagesspiegel zu. Er schreibt, E. sei in &#8220;psychologischer Behandlung&#8221; gewesen, er sei bei einem &#8220;Psychologen&#8221; gewesen. Das ist schlicht falsch. Robert Enke war bei einem Psychiater, bei einem &#8220;Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie&#8221; in Behandlung. Dieser ist Arzt, nicht Psychologe, hat aber auch einen Facharzttitel für Psychoanalyse.  Es ist aber vollkommen unklar, welche Art von Behandlung E. dort überhaupt erfahren hat. Hat er sich tatsächlich einer Psychoanalyse unterzogen?  Möglicherweise hat er dort eben keine so genannte &#8220;Große Psychotherapie&#8221; (oder ein so genanntes &#8220;Richtlinienverfahren&#8221;)  erhalten, wie sie von einem Psychologischen Psychotherapeuten oder auch einem Ärztlichen Psychotherapeuten durchgeführt wird. Möglicherweise ist E. schlicht mit Medikamenten und kurzen Gesprächen behandelt worden. Dies sind so genannte &#8220;Psychotherapeutische Gespräche&#8221; (absurd, diese so zu nennen!) &#8211; und eben KEINE Psychotherapie.  Wir erfahren darüber nichts Konkretes, so dass der Eindruck erweckt wird, Enke sei in psychotherapeutischer Behandlung gewesen.  Was aber BRAUCHT jemand mit einer handfesten Depression?! Er braucht neben einer guten medikamentösen Einstellung eben unbedingt auch eine längerfristig angelegte und von einem gut ausgebildeten Fachmann durchgeführte Psychotherapie in einem Richtlinienverfahren. Hier gibt es dann drei Möglichkeiten: 1. die Verhaltenstherapie 2. die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und 3. die Psychoanalyse. Egal, welches Verfahren, eines DIESER (und NUR DIESER) Verfahren MUSS angewendet werden, um jemandem mit dieser schweren Symptomatik auch wirklich helfen zu können. Ist es denn wirklich so schwer, das einmal richtig und komplett in der Öffentlichkeit klar zu stellen?!</p>
<p>Der letzte Satz drückt meinen Ärger aus und ist der Tatsache geschuldet, dass es in den Medien immer wieder Unachtsamkeit und Desinformation im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen gibt &#8211; offenbar ein Spiegel des gesellschaftlichen Zustandes, der jetzt wie durch ein Spotlight beleuchtet wurde; wahrscheinlich aber schon kommende Woche wieder in Vergessenheit geraten wird, wenn man wieder zur Tagesordnung übergegangen ist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2009/11/zum-tode-von-robert-enke/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, sich Ihren Partner aber nicht trauten zu fragen</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2009/06/was-sie-schon-immer-uber-sex-wissen-wollten-sich-ihren-partner-aber-nicht-trauten-zu-fragen/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2009/06/was-sie-schon-immer-uber-sex-wissen-wollten-sich-ihren-partner-aber-nicht-trauten-zu-fragen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 15:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung und Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Paartest]]></category>
		<category><![CDATA[Partnertest]]></category>
		<category><![CDATA[Sextest]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Wünsche]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=30</guid>
		<description><![CDATA[Tappen Sie nicht weiter im Dunkeln! Mit unserem Partnertest bringen wir Licht in die Sache. Sexuelle Wünsche und ihre Verwirklichung klaffen auch heutzutage immer noch auseinander. Viele Menschen fantasieren dabei über lustvolle Inhalte, die sie dem Partner nicht anvertrauen mögen. Dies liegt wohl hauptsächlich daran, dass man sich aus Scham oder Schuldgefühlen heraus &#8211; oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tappen Sie nicht weiter im Dunkeln! Mit unserem Partnertest bringen wir Licht in die Sache.</strong></p>
<p>Sexuelle Wünsche und ihre Verwirklichung klaffen auch heutzutage immer noch auseinander. Viele Menschen fantasieren dabei über lustvolle Inhalte, die sie dem Partner nicht anvertrauen mögen. Dies liegt wohl hauptsächlich daran, dass man sich aus Scham oder Schuldgefühlen heraus &#8211; oder weil man fürchtet, deswegen abgelehnt zu werden &#8211; nicht traut, offen über die eigenen Wünsche zu sprechen. Dabei hat unlängst eine großangelegte englische Untersuchung nachgewiesen, dass ein hoher Prozentsatz der Menschen über sexuelle Inhalte fantasiert, die weit über &#8220;das Übliche&#8221; hinausgehen. Ein weiteres Ergebnis war dabei so überraschend wie positiv: man hat nämlich festgestellt, dass der größte Teil dieser unausgesprochenen Wünsche und Fantasien, die an den jeweiligen Partner gerichtet sind, erfüllt werden könnten, wenn sie denn nur mitgeteilt werden würden! Man lebt also in dem Irrtum, der Partner sei sexuell verschlossener, als er es in Wirklichkeit ist. Auch und gerade was die eigene Person betrifft. Wie schade!</p>
<p>Dem haben wir nun mit unserem Test &#8220;<a href="https://www.beratung-therapie.de/sex/" target="_blank">Sextest für Paare</a>&#8221; Abhilfe verschafft. Zum einen kann man in einem ausführlichen Fragebogen zum Thema &#8220;Sexualität&#8221; erfahren, wie es überhaupt um die eigenen sexuellen Wünsche und eine positive oder negative Übereinstimmung mit der Realität bestellt ist. Zum anderen ist dieser Fragebogen aber in erster Linie für Paare konzipiert, die auf diesem Wege erfahren können, inwieweit der jeweilige Partner bereit wäre, seinem Gegenüber seine sexuellen Wünsche auch zu erfüllen. Wir fragen also nicht nur nach den sexuellen Vorlieben, sondern auch nach der Bereitschaft der gegenseitigen Wunscherfüllung. Im Ergebnis erhält dann jeder der beiden Beziehungspartner die positiven Übereinstimmungen seiner Wunschinhalte, bezogen auf die Bereitschaft seines Partners. Der Test ist so konzipiert, dass ihn sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Paare ausfüllen können. Bei der Durchführung des Tests werden Anonymität und Datenschutz durch die Vergabe von Chiffre-Nummern in höchstem Masse berücksichtigt.</p>
<p><a href="https://www.beratung-therapie.de/sex/" target="_blank"><img src="http://www.beratung-therapie.de/newsletter/003-newsletter_20090609/sextest.gif" border="0" alt="Zum Sextest für Paare" align="left" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2009/06/was-sie-schon-immer-uber-sex-wissen-wollten-sich-ihren-partner-aber-nicht-trauten-zu-fragen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Nur Übergewicht&#8221; oder &#8220;manifeste Essstörung&#8221;?</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2008/11/%e2%80%9enur-ubergewicht%e2%80%9c-oder-%e2%80%9emanifeste-essstorung%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2008/11/%e2%80%9enur-ubergewicht%e2%80%9c-oder-%e2%80%9emanifeste-essstorung%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 17:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Goeldel]]></category>
		<category><![CDATA[BED]]></category>
		<category><![CDATA[Binge Eating Disorder]]></category>
		<category><![CDATA[Essstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Übergewicht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=29</guid>
		<description><![CDATA[Binge Eating Disorder wird oft nicht erkannt Ein Gastbeitrag von Dr. Anna Goeldel Warum ist es für viele Menschen unmöglich, Gesundheitsbewusstsein zu entwickeln und danach zu leben? Sind es nur fehlende Konsequenz und Disziplinlosigkeit? Dass dem nicht immer so ist und sich hinter so manchem Übergewicht eine manifeste Essstörung im Sinne eines Binge Eating Disorder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.beratung-therapie.de/files/essstoerungen.jpg" alt="Nur Übergewicht oder manifeste Esstörung" style="margin:10px;float:left" /><strong>Binge Eating Disorder wird oft nicht erkannt</strong></p>
<p><em>Ein Gastbeitrag von <a href="http://www.annagoeldel.de" target="_blank">Dr. Anna Goeldel</a></em></p>
<p><strong>Warum ist es für viele Menschen unmöglich, Gesundheitsbewusstsein zu entwickeln und danach zu leben? Sind es nur fehlende Konsequenz und Disziplinlosigkeit? Dass dem nicht immer so ist und sich hinter so manchem Übergewicht eine manifeste Essstörung im Sinne eines Binge Eating Disorder (BED) verbirgt, die einer umfassenden Therapie bedarf, ist den Betroffenen oft nicht bewusst.</strong></p>
<p>Die Folgen von Übergewicht sind längst bekannt. Hausärzte sind täglich damit beschäftigt Diabetes, Hypertonien, Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen, Herzprobleme etc. zu behandeln. Wenn bei übergewichtigen Patienten alle differenzialdiagnostischen Überlegungen wie beispielsweise einige Stoffwechselerkrankungen, die Einnahme von Medikamenten wie Kortison (in höherer Dosierung) oder bestimmte Psychopharmaka, die das Problem erklären könnten, abgeschlossen sind, muss immer wieder über die Risiken informiert werden, um die Betroffenen zum Umdenken und zur Verhaltensänderung zu motivieren. Wie erkennt man, ob sich eine seelische Ursache hinter dem Übergewicht verbirgt?</p>
<p><span id="more-29"></span></p>
<ul>
<li>Erstens können sich Gewichtsschwankungen z. B. im Rahmen von Depressionen, Zwangserkrankungen, Alkoholismus und Psychosen manifestieren.</li>
<li>Zweitens kann das Übergewicht aber auch auf eine Essstörung und zwar ein Binge Eating Disorder, dessen Symptome und Abgrenzungen zu anderen Essstörungen in den Checklisten aufgeführt werden, hinweisen. Zwei Kasuistiken sollen die zu Grundeliegenden Problematiken verdeutlichen:</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Kasuistik 1</h3>
<p>Eine Schülerin der 12. Klasse sucht mich auf, weil sie seit einem Jahr ständig die Schule schwänze, ihre Leistungen rapide abgenommen hätten, ihre Versetzung gefährdet sei und sie eigentlich nur noch esse und vor dem Fernseher sitze. Sie lebe mit ihrem neunjährigen Bruder bei ihrer Mutter in beengten Verhältnissen und in Geldnot. Die Mutter würde ständig meckern und rumschreien, sie für alles verantwortlich machen, mit dem Bruder überhaupt nicht zurecht kommen. Die Patientin müsse ihn quasi versorgen. Es gäbe meist Fertigprodukte, die die Patientin alleine in ihrem Zimmer vor dem Fernseher einnehmen würde. Die Mutter esse eigentlich nur nachts und habe wohl auch ein Essproblem. Der Vater der Patientin sei verschwunden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Kasuistik 2</h3>
<p>Die Studentin konsultiert mich, nachdem sie in den letzten drei Jahren trotz zahlreicher Diätversuche 40 kg zugenommen habe und sich körperlich immer unbeweglicher fühle. Obwohl sie mittlerweile Angst habe, weil sich organisch immer mehr Beschwerden einstellten und sie sehr quälten, könne sie ihr Essverhalten nicht ändern. Sie lebe mit ihrem Freund, dem sie alles Recht mache, im Eigenheim, das ihre Eltern finanziert hätten. Mit der extrem kränkbaren Mutter, die ihr seit Jahren zunehmendes Alkoholproblem, das organisch längst sichtbar geworden wäre, verleugne, bestehe fast täglich Telefonkontakt. Dieser bestehe darin, das Gewichtsproblem der Tochter zu erörtern, Diäten etc. zu empfehlen und regelmäßige Essenseinladungen auszusprechen. Der Vater sei beruflich oft auf Reisen, bagatellisiere die Alkoholthematik seiner Frau ebenfalls und sei auf Leistung fixiert.</p>
<p>Beide Patientinnen haben ein Essverhalten im Sinne einer Binge Eating Disorder (siehe Checklisten). Ausschlaggebend ist, dass das Essen eine Funktion bekommen und Suchtcharakter angenommen hat. Die Familienatmosphären sind in beiden Fällen wenig emotional fürsorglich. Wärme, Geborgenheit und Schutz fehlen. Die Patientinnen sind emotional „nicht satt“ und versuchen, sich durch Nahrung zu sättigen und die Enttäuschungen und Defizite dadurch zu kompensieren. Beide sind sehr angepasst, verhindern aus Angst vor weiterer Ablehnung Konflikte, können eigene Bedürfnisse weder erkennen noch danach leben und haben bei geringem Selbstwertgefühl einen hohen Leistungs- und Perfektionsanspruch an sich selber. Die Essstörung ist nur die Spitze des Eisberges, der sichtbar aus dem Wasser ragt, und ist Ausdruck der darunter liegenden Problematiken, die den Betroffenen selber nicht bewusst sind. Die Symptomatik muss sozusagen entschlüsselt und verstanden werden.</p>
<p>Beide Patientinnen wirken nach außen auf den ersten Blick stark, selbstbewusst, ehrgeizig, intelligent und wenig hilfsbedürftig. Sie selber empfinden sich aber innerlich wertlos, leer und nicht liebenswert. Sie sind sich ihrer Identität unsicher, empfinden keinen Lebenssinn und können auf Geleistetes nicht stolz sein. Immer in der Angst vor Ablehnung gefangen, verhalten sie sich freundlich angepasst, kommen dadurch selber zu kurz und greifen kompensatorisch zum Essen, das jederzeit zur Verfügung steht. Dafür nehmen sie Selbstzerstörung in allen Facetten des Lebens in Kauf: organisch, seelisch und sozial. Es entwickelt sich ein Teufelskreis, von dem oft kein anderer etwas merkt, da die Patientinnen nach außen hin noch lange funktionieren. Das gestörte Essverhalten hat eine Funktion im Sinne einer Affektregulation bekommen, die bei den Betroffenen defizitär entwickelt ist. Essanfälle dienen der Regulation von Spannungen und negativen Emotionen, sie betäuben Ärger Einsamkeit, Langeweile, Kränkungen bei Kritik und Konfliktspannungen. Außerdem spielen psychosoziale Risikofaktoren in der Genese wie traumatisierende traumatisierende Erfahrungen, mangelnde Zuwendung durch die Eltern, psychische oder schwere organische Erkrankungen in der Familie, abwertende Kommentare in Bezug auf das Aussehen eine immense Rolle, die letztlich zu einem negativen Selbstund Körperkonzept führen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Psychosomatik</h3>
<p>Patienten mit einem manifesten <em>Binge Eating Disorder</em> bedürfen eines komplexen Behandlungskonzepts. Zum einen müssen die organischen Beschwerden ernst genommen, behandelt und kontinuierlich kontrolliert werden, um Verschlimmerungen zu verhindern. Zum anderen gilt es, die Wurzeln der Erkrankung zu therapieren, was durch eine Integration von tiefenpsychologisch fundierten und verhaltenstherapeutischen Elementen sowie ernährungsmedizinischen Aspekten erfolgreich geschehen kann. Erstes Ziel dabei ist die Reduktion der Essanfälle, sekundär erst die Gewichtsreduktion. Günstig sind Gruppentherapien nur für Patienten mit Essstörungen zuzüglich zu Einzelgesprächen. Die Patienten haben häufig Beziehungsund Kontaktprobleme, die in Gruppen gut bearbeitet werden können. Außerdem kann dort auch gegenseitige Motivationsarbeit geleistet werden.</p>
<p>Dieses umfassende Konzept ist nur durch gute Zusammenarbeit und einen regen Austausch von Hausärzten und Psychosomatikern zu gewährleisten, um den Patienten gemeinsam Gesundheitsbewusstsein und Eigenverantwortlichkeit zu vermitteln und deren Autonomie mit den Zielen Medikamentenreduktion, Verhinderung von Folgeerkrankungen und der Verbesserung der psychosomatischen Lebensqualität zu fördern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Information und Aufklärung reichen nicht</h3>
<p>Präventive Maßnahmen im Sinne von Information und Aufklärung sind bei der <em>Binge Eating Disorder</em> wichtig aber nicht ausreichend. Sehr hilfreich wäre, wenn die Betroffenen überhaupt erkannt würden, denn die meisten sind sich selber ihrer Erkrankung nicht bewusst und viele sind nur mit ihren Folgeerkrankungen beschäftigt. Sie zur Behandlung zu motivieren ist sicher oft nicht einfach. Schwieriger ist jedoch, überhaupt zu verhindern, dass immer mehr Menschen an dieser Störung erkranken. Es reicht es nicht aus, das Essverhalten unserer Kinder zu kontrollieren, sondern wir müssen Gesundheitsbewusstsein vorleben, für sie emotional da sein, sie wertschätzen, ernst nehmen, uns mit ihnen auseinandersetzen und ihnen Geborgenheit geben. Ob wir dazu in der Lage sind, liegt an unseren eigenen biographischen Erfahrungen. So gesehen müssen wir uns selber reflektieren, damit sich unser Nachwuchs gesund entwickeln kann. Auch dies sollten wir unseren Patienten nahe bringen und Hilfestellungen vermitteln.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Checklisten</h3>
<h3>Binge Eating Disorder (BED)</h3>
<ul>
<li>Heißhungeranfälle: große Nahrungsmengen in kurzer Zeit zu sich nehmen<br />
,Kontrollverlust über das Essverhalten</li>
<li>Verhaltensindikationen bei Essanfällen: schnell essen, solange essen, bis man sich unangenehm voll fühlt, große Nahrungsmengen, ohne sich körperlich hungrig zu fühlen<br />
alleine essen, wegen der Schuldgefühle (große Mengen), danach: selbst angeekelt, depressiv, schuldig</li>
<li>Deutliches Unbehagen bzgl. der Anfälle</li>
<li>Mehr als 2 Anfälle pro Woche (über 6 Monate)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3>BED versus Adipositas</h3>
<ul>
<li>Regelmäßiges Fasten/ Diäten, früheres Übergewicht</li>
<li>Gewichtsschwankungen und Kcal- Zufuhr größer</li>
<li>Dissoziative Qualität</li>
<li>Auslöser: Affekte, Spannungen, Konflikte</li>
<li>Größere Sorgen um Gewicht und Figur</li>
<li>Ausgeprägter Selbstwertmangel</li>
<li>Häufig Komorbidität: affektive Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Substanzmissbrauch</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3>BED versus Bulimia nervosa</h3>
<ul>
<li>Beginn in Pubertät, 50 % vor erster Diät</li>
<li>Über 30% Männer</li>
<li>Höhere Genussfähigkeit beim Essen</li>
<li>600- 3000 Kcal pro Anfall, Grazing</li>
<li>Kein Erbrechen</li>
<li>Bessere Prognose</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong>Autorin:</strong><br />
Dr. med. Anna Goeldel<br />
Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse, Ernährungsmedizin<br />
Grolmanstr. 56, 10623 Berlin<br />
<a href="http://www.annagoeldel.de" target="_blank">www.annagoeldel.de</a></p>
<p><em>Mögliche Interessenkonflikte: keine</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>Weitere Informationen zum <a href="http://www.beratung-therapie.de/186-0-Essstoerungen.html" target="_blank">Thema Essstörungen</a> finden Sie auf unserer Webseite</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2008/11/%e2%80%9enur-ubergewicht%e2%80%9c-oder-%e2%80%9emanifeste-essstorung%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Leviathan &#8211; Marx und Sinn</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2008/10/der-leviathan-marx-und-sinn/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2008/10/der-leviathan-marx-und-sinn/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 10:13:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vdrewes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Gier]]></category>
		<category><![CDATA[Leviathan]]></category>
		<category><![CDATA[Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Neid]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=28</guid>
		<description><![CDATA[An Gott zu glauben war schon immer untrennbar mit der Frage verbunden: Warum gibt es das Böse auf der Welt. Eine Antwort finden wir in der so genannten Theodizee. Da wird z.B. auf die Tatsache verwiesen, dass wir ja das Gute als solches gar nicht identifizieren könnten, wenn wir sein Gegenteil nicht erfahren würden. Oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="center;"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b5/Behemoth3.jpg" alt="Der Leviathan - William Blake" width="193" height="266" style="margin:10px;float:left" />An Gott zu glauben war schon immer untrennbar mit der Frage verbunden: Warum gibt es das Böse auf der Welt. Eine Antwort finden wir in der so genannten Theodizee. Da wird z.B. auf die Tatsache verwiesen, dass wir ja das Gute als solches gar nicht identifizieren könnten, wenn wir sein Gegenteil nicht erfahren würden. Oder unsere Welt wird als ein Vorversuch des Schöpfers gesehen. Nun &#8211; dass es das Böse gibt, ist jedenfalls unbestritten. In der Bibel wurde es auch in der Gestalt eines Ungeheuers dargestellt, einem Drachen ähnlich, der unbezwingbar ist. Erst am Ende aller Zeiten wird Gott selbst seinen Widersacher töten; und die Juden glauben daran, dass dieser Leviathan in Gestalt eines gewöhnlichen Fisches aus dem Meer geangelt werden würde. Von wem, ist mir leider nicht bekannt.</p>
<p style="center;">Natürlich steht der Leviathan auch als Allegorie für den Satan oder den Teufel. Das Böse wurde ja schon immer ihm zugeschanzt, er ist also sozusagen der Sündenbock schlechthin. Der Teufel hat nun wiederum viel mit der Sünde zu tun. Und da plötzlich wird der Gegenwartsbezug gleich zwei Mal deutlich: unser aller <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2645852" target="_blank">Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx</a>, bezeichnet &#8220;wilde Spekulationen&#8221; als &#8220;Sünde&#8221;. Er bezieht sich natürlich auf das vergangene Verhalten von Managern und Bankern, die für den Niedergang des weltweiten Finanzsystems verantwortlich gemacht werden.  Er hat also den Leviathan offiziell für die Kirche wiederentdeckt und hinter den Mauern unserer Bankgebäude und Investitionshäuser ausgemacht.<span id="more-28"></span></p>
<p>Oder unser <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzen-Hans-Werner-Sinn-Finanzkrise;art130,2645880" target="_blank">Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn</a>. Der hat gerade die Kritik an den Bankmanagern mit der Judenhetze im Dritten Reich verglichen und gesagt, man solle unsere Geldhüter nicht zu Sündenböcken machen. Dass der eine &#8220;Marx&#8221; und der andere &#8220;Sinn&#8221; heißt, ist natürlich rein zufällig.</p>
<p>Nun steht zwar traditionellerweise der Leviathan als teuflisches Ungeheuer tatsächlich für eine der biblischen Todsünden; allerdings nicht für die Gier, sondern für den Neid. Das finde ich &#8211; psychologisch gesehen &#8211; eine interessante Sache. Denn es führt uns zu der Frage, was denn nun zuerst da war: die Gier oder der Neid? Offensichtlich hängt aber ja auch beides irgendwie miteinander zusammen. Die einen sind gierig auf die Kohle und spekulieren wie wild; die anderen sind neidisch auf die Ergebnisse in Gestalt von Luxuskarossen, Bahamas und süßem Nichtstun (auch übrigens eine der Todsünden).  Sollte also der Leviathan in jedem von uns stecken? Oder ist er gar mit der Menscheit selbst gleich zu setzen? Daran könnte man fast glauben, denn es geht auch die Sage um, dass Gott selbst das Ungeheuer für sich zum Spielen geschaffen hat. Warum er das getan hat? Nun &#8211; wahrscheinlich BEOBACHTET er uns und will herausfinden, zu was die Menschen so alles fähig sind.</p>
<p>Und dann wäre da noch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leviathan_(Thomas_Hobbes)" target="_blank">Thoma Hobbes</a>, der englische Staatstheoretiker und Philosoph, dessen Hauptwerk eben diesen Titel trägt: &#8220;Leviathan&#8221;. Für ihn steht das Ungeheuer für die Allmacht des Staates. Nun haben wir zum Schluß ein schönes Durcheinander. Denn andererseits wird klassischerweise der Leviathan auch gerne mit dem Finanzsystem in Verbindung gebracht. Das leuchtet uns noch ein, nach dem, was gerade an den Märkten passiert: ein sich aufbäumendes, alles verschlingendes Wesen, Feuer speiend und unbesiegbar. Aber wir haben doch jetzt den Staat zur Hilfe gerufen gegen dieses Ungeheuer! Wollen wir denn etwa den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2008/10/der-leviathan-marx-und-sinn/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Scham des Herrn Ackermann</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2008/10/die-scham-des-herrn-ackermann/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2008/10/die-scham-des-herrn-ackermann/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2008 08:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vdrewes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Ackermann]]></category>
		<category><![CDATA[Chef Deutsche Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Herr Ackermann]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Ackermann]]></category>
		<category><![CDATA[Narzißmus]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
		<category><![CDATA[Schlagwort hinzufügen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=26</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Ich würde mich schämen, Staatsgeld anzunehmen.&#8221; Das sagt Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, vor 150 Managern im Zusammenhang mit dem Rettungsangebot des deutschen Staates für ins Trudeln geratene Banken. Eine interessante Selbstaussage, die uns sofort zur psychologischen Analyse reizt. Denn Schamgefühle &#8211; das habe ich als erstes in meiner Gesatlttherapieausbildung gelernt &#8211; sind, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich würde mich schämen, Staatsgeld anzunehmen.&#8221; Das sagt Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, vor 150 Managern im Zusammenhang mit dem Rettungsangebot des deutschen Staates für ins Trudeln geratene Banken.</p>
<p>Eine interessante Selbstaussage, die uns sofort zur psychologischen Analyse reizt. Denn Schamgefühle &#8211; das habe ich als erstes in meiner Gesatlttherapieausbildung gelernt &#8211; sind, neben Schuldgefühlen, die größten Widersacher der Menschheit. Sie quälen unsere Seele und zerstören unser Selbstbewußtsein.<br />
Insofern könnte man also sagen: &#8220;Wie schön! Gott sei Dank ist unser oberster Banker nicht von fürchterlichen Schamgefühlen geplagt! Eine gesunde Psyche muß der Mann haben!&#8221; Aber irgendwie will sich dann doch solch ein Gefühl der Erleichterung oder gar Bewunderung nicht einstellen. Im Gegenteil: es ist Ärger, der sich breit macht, wenn man diese Äußerung liest.</p>
<p>Herrn Josef Ackermanns Schamgefühle sind ein Schlag ins Gesicht der deutschen Nation. Sie zeigen uns: dieser Mann &#8211; in seiner einmaligen Arroganz &#8211; scheißt &#8211; mit Verlaub &#8211; auf unser Geld. Er sagt uns Bürgerinnen und Bürgern: Eurer Steuergeld brauche ich nicht, da bin ich mir zu schade dazu!<span id="more-26"></span></p>
<p>Schauen wir doch einmal kurz und überlegen wir, was es normalerweise mit Scham auf sich hat.  Scham ist deswegen so zersetzend für die menschliche Seele, weil sie uns unser Selbstwertgefühl abgräbt. Man wird meist von Außen &#8220;beschämt&#8221;, indem eine mehr oder weniger wichtige Bezugsperson eine Wertung über unser Verhalten &#8211; im weitesten Sinne &#8211; abgibt. Daher der berühmte Satz: &#8220;Du solltest dich was schämen!&#8221; Dem zu widerstehen und darauf nicht hereinzufallen ist also eigentlich etwas sehr Gesundes. Man hat sich gegen ein unterdrückerisches Gebot zur Wehr gesetzt und seine Eigenständigkeit bewahrt. Bekannt ist in der Kindererziehung z.B. das Verbot des &#8220;sich zeigens&#8221;, also etwa den eigenen Körper mit all seinen Vorzügen oder auch das Zeigen von Fähigkeiten und Kompetenzen in der Öffentlichkeit.</p>
<p>Was meint aber nun Herr Ackermann, wenn er uns mitteilt, dass er sich eben GERADE schämen würde. Welches Gebot macht ihm offensichtlich so viel aus, dass er sich geradezu euphorisch zu seiner Scham bekennt &#8211; obwohl wir doch gerade festgestellt haben, dass es eigentlich erstrebenswert ist, FREI von Scham zu sein?!</p>
<p>Das Gebot von Herrn Ackermann lautet: &#8220;Du sollst autark und unabhängig sein in all deinen Handlungen!&#8221; Er und seine Bank sollen niemals abhängig werden von irgendeiner Unterstützung von Außen. Falls dies doch der Fall sein sollte, dann schreit es aus aller Munde: &#8220;Du solltest dich was schämen, Josef!&#8221; Und Josef nimmt dies demütig an. Ja, ich schäme mich, dass ich auf die Alimente des Staates angewiesen bin.</p>
<p>Der hier also psychologisch hochinteressante Schachzug besteht gerade darin, die Scham scheinbar anzuerkennen als handlungsanweisendes Gesetz. Die Sache ist plötzlich auf den Kopf gestellt. Nicht die Überwindung der Scham wird angestrebt, sondern die Unterwerfung unter ihre Befehlsgewalt. Das ist hochmoralisch! Herr Ackermann kommt uns also  moralisch daher, indem er sich zunächst unter ein moralisches Gesetz stellt, das da lautet. &#8220;Du sollst unabhägig bleiben!&#8221;</p>
<p>Jetzt, wo wir soweit fortgeschritten sind in unserer Analyse, wird die eigentliche Bedeutung der Aussage von Herrn Ackermann offenbar. Es handelt sich um eine narzißtische Selbstaussage. Der Narzißmus meint ja die Selbstliebe des Menschen, etwas zugespitzt formuliert seine Selbstverliebtheit. Innerlich ist ein über die Maßen narzißtischer Mensch immer mit dem Thema &#8220;Anerkennung&#8221; beschäftigt. Er hat große Angst vor Abwertungen und braucht ein ständiges Gefühl der Überlegenheit und Größe, um sich gut zu fühlen. Falls ihm dies abhanden kommt, empfindet er Kleinheitsgefühle und fühlt sich minderwertig. Wenn man einen Narzißten heilen will, dann muß man ihm zunächst dazu verhelfen, diese Furcht vor Abwertung zu spüren und seine Kleinheitsgefühle zuzulassen. Das bedeutet aber auch immer: seine SCHAM anzuerkennen, die er zutiefst innerlich spürt. Er muß diese Scham spüren, um sie dann überwinden zu können. Das ist wichtig. Nach Außen hin bedeutet dies auch, dass jemand in der Lage sein muß, seine Abhängigkeit anzuerkennen, in der er existenziell steckt: wir alle sind in irgendeiner Form abhängig voneinander, sei es in der Liebe, sei es in der gesundheitlichen Sorge &#8211; oder eben auch wirtschaftlich.</p>
<p>Genau dies leugnet Herr Ackermann. Nun sind wir zum Kern durchgedrungen. Er leugnet seine Abhängigkeit und die Abhängigkeit seiner Bank. Und er leugnet die Notwendigkeit, dies anzuerkennen als eine existenziell wichtige Grundlage des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Ein Paar, eine Gruppe, ein System, eine Familie oder ein Staat &#8211; alle können nur überleben, wenn sie dieses Prinzip der gegenseitigen Abhängigkeit vorbehaltlos anerkennen. Das heißt nicht, dass wir nicht auch unabhängig sein könnten! Im Gegenteil: indem man die Polarität von Bindung (so kann man Abhängigkeit auch positiver formulieren) und Freiheit oder Autonomie begreift, erkennt man eben die dialektische Beziehung, die beide Pole miteinander verbindet.</p>
<p>Herr Ackermann geht aber noch einen Schritt weiter &#8211; das ist am Anfang unserer Überlegungen das Verwirrende gewesen: er will sich ja geradezu schämen. Die Verleugnung der Scham funktioniert also darüber, dass man sie herbeizitiert! &#8220;Ich würde mich schämen, wenn &#8230;&#8221; Das ist trickreich und gefährlich zugleich. Und es ist ein beliebter Trick des narzißtischen Typs. Er sagt uns damit, dass er so unabhängig ist, dass er Schamgefühle nur als rein theoretisches Ereignis wahrnimmt, als etwas, was in Wirklichkeit niemals auf ihn zutreffen kann. So groß ist er also! Nun erkennen wir hier auch noch die Funktion, den Sinn dieser Äußerung. Sie soll den Höhenflug, die Unverletzlichkeit seines Erfinders zum Ausdruck bringen. Das Größengefühl also, das vorübergehend &#8211; hier durch die Finanzkrise &#8211; ins Wanken geraten war &#8211; muß gestützt und wiederhergestellt werden. Dazu dient diese Äußerung.</p>
<p>Im Grunde ist Herr Ackermann also eine Art moderner Ikarus. Er fliegt genußvoll in einsamen Höhen über deutsche Äcker und Städte. Er schaut mitleidig auf uns herab, um uns zu sagen: &#8220;Schämt euch was, Leute, wenn ihr abhängig seid!&#8221; Und so kommt er den Strahlen der Sonne immer näher. Das Ende dieser Geschichte ist bekannt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2008/10/die-scham-des-herrn-ackermann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Spieltrieb und Realitätsverlust</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2008/09/spieltrieb-und-realitatsverlust/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2008/09/spieltrieb-und-realitatsverlust/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Sep 2008 21:01:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vdrewes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit und Leistung]]></category>
		<category><![CDATA[KfW]]></category>
		<category><![CDATA[Konsequenz]]></category>
		<category><![CDATA[Lehman Brothers]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogische Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Realitätsverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Spieltrieb]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=25</guid>
		<description><![CDATA[Wenn ich mir die heutigen Nachrichten zu Gemüte führe und von den 500 Millionen Euro höre, die irgend jemand bei der KfW &#8220;aus Versehen&#8221; an die pleite gegangene Bank &#8220;Lehman Brothers&#8221; überwiesen hat &#8211; dann fallen mir spontan ein paar Prinzipien ein, die in der Pädagogischen Psychologie oder Erziehungspsychologie eine Rolle spielen: die Lust am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich mir die heutigen <a href="http://www.wiwo.de/handelsblatt/zwei-kfw-vorstaende-nach-ueberweisungspanne-suspendiert-307406/" target="_blank">Nachrichten</a> zu Gemüte führe und von den 500 Millionen Euro höre, die irgend jemand bei der KfW &#8220;aus Versehen&#8221; an die pleite gegangene Bank &#8220;Lehman Brothers&#8221; überwiesen hat &#8211; dann fallen mir spontan ein paar Prinzipien ein, die in der Pädagogischen Psychologie oder Erziehungspsychologie eine Rolle spielen: die Lust am Spielen und die Konsequenz, die auf eine bestimmte Handlung erfolgt oder nicht erfolgt. So wird ja an den Schulen für den Unterricht immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, mehr Spiel und Kreativität &#8211; z.B. durch erweiterten Sportunterricht, durch Musizieren und Malen usw. &#8211; einzuführen. Denn man hat festgestellt: das bringt mehr Spaß und Motivation, und so lassen sich auch die anderen, drögen Inhalte besser vermitteln und lernen. Das gilt für alle Altersstufen &#8211; für die ganz Kleinen an den Grundschulen, aber auch für die Älteren an den Gesamtschulen oder Gymnasien. Die andere Geschichte ist die mit der Konsequenz: wenn ein Lehrer inkonsequentes Verhalten zeigt, dann wird er sofort von den Schülern nicht mehr ernst genommen, und er kann im Grunde genommen einpacken. &#8220;Ab nach Hause!&#8221; müßte man einem solchen Pädagogen zurecht zurufen. Beruf verfehlt.<span id="more-25"></span></p>
<p>Genau diese beiden Mechanismen sind auch bei der KfW mit dafür verantwortlich gewesen, dass die Sache so aus dem Ruder gelaufen ist. Zum einen hat der Spieltrieb voll zugeschlagen. Ist es nicht total geil, am Computer zu sitzen und mal eben 300 Mios zu überweisen?! Und dann gleich noch mal 200 Mios hinterher!? Was muß das für ein Gefühl sein, v.a. wo man doch genau wußte, was die Kirchenglocken gechlagen hatten. Umso größer der Reiz, umso stärker die Erregung! Das kennen wir doch alle noch aus Kindheit und Pubertät, wo wir etwas Verbotenes ausgeheckt haben, um uns dabei so richtig eins ins Fäustchen zu lachen über die blöden Erwachsenen. Bei der KfW hat es bestimmt auch Spaß gemacht, ja, vielleicht war es gar ein Spielchen mit mehreren Mitspielern, und man hat sich hinterher gemeinsam lustig gemacht über die Idioten da draußen, die alle sowieso keine Ahnung haben.</p>
<p>Und dann der zweite Mechanismus, nicht zu vergessen: die fehlende Konsequenz. Was sind denn auch schon 500 Mios? Nur eine Zahl, würde ich erst mal sagen. Die Leute haben wahrscheinlich selbst nicht mal einen Fünfhunderter in ihrem Leben in eigenen Händen gehalten, geschweige denn einen Tausender. Und die Gehälter waren wahrscheinlich auch nicht so wie in der Industrie. Aber egal &#8211; 500 Mios konnte man schon mal eben so verschieben. Und kein Schwein hat sich darum gekümmert, kein Hahn hat danach gekräht. Auch jetzt wird man ja gerade mal suspendiert &#8211; ich habe schon überlegt, wie oft ich meine Bank nebenan überfallen müßte, um auf diesen Betrag zu kommen, das ist richtig eine Lebensaufgabe und nicht wie bei den Jungs von der KfW, einfach: Click &#8211; Tick &#8211; und weg! Das Wörtchen &#8220;Konsequenz&#8221; ist hier also vollkommen unbekannt gewesen. Und auch wenn unser Finanzminister jetzt tönt, das müßte prozedurale (oder so) Konsequenzen haben &#8211; na, warten wir mal ab, wieviele Monate auf Bewährung dabei rumkommen.</p>
<p>Insgesamt kann man also mit Fug und Recht behaupten, dass ein Kindergarten gar nichts ist gegen unsere Männer und Frauen von der KfW. Viel Spaß euch weiterhin beim Click-Tick-und weg!-Spiel, Euer Steuerbürger.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2008/09/spieltrieb-und-realitatsverlust/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der psychologische Gedanke III: Spaltung in der Gesellschaft</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/der-psychologische-gedanke-iii-spaltung-in-der-gesellschaft/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/der-psychologische-gedanke-iii-spaltung-in-der-gesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 08:23:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vdrewes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der psychologische Gedanke]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarktsituation]]></category>
		<category><![CDATA[Geringverdiener]]></category>
		<category><![CDATA[Narzißmus]]></category>
		<category><![CDATA[Reallöhne]]></category>
		<category><![CDATA[Spaltung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=24</guid>
		<description><![CDATA[Seit der neuesten Umfrage zur Situation am deutschen Arbeitsmarkt taucht wieder vermehrt der Begriff der &#8220;Spaltung&#8221; in den Medien auf. Hintergrund ist die Entwicklung bei den Reallöhnen: das Realeinkommen des am wenigsten verdienenden Bevölkerungsviertels ist zwischen 1995 und 2006 um ungefähr 14 Prozent gesunken, während sog. &#8220;Besserverdienende&#8221; im gleichen Zeitraum ein reales Plus bei ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit der <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2601458" target="_blank">neuesten Umfrage</a> zur Situation am deutschen Arbeitsmarkt taucht wieder vermehrt der Begriff der <strong>&#8220;Spaltung&#8221;</strong> in den Medien auf. Hintergrund ist die Entwicklung bei den Reallöhnen: das Realeinkommen des am wenigsten verdienenden Bevölkerungsviertels ist zwischen 1995 und 2006 um ungefähr 14 Prozent gesunken, während sog. &#8220;Besserverdienende&#8221; im gleichen Zeitraum ein reales Plus bei ihren Löhnen von 3,5 Prozent verbuchen konnten. Die Reallohnverluste reichen dabei bis hinein in die mittleren Einkommensgruppen. Dieses Phänomen nun würde zu einer zunehmenden <strong>Spaltung</strong> in unserer Gesellschaft führen.</p>
<p>Ich möchte gerne in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass der Begriff der &#8220;Spaltung&#8221; auch ein psychologischer ist. Damit möchte ich nicht auf die sog. &#8220;Persönlichkeitsspaltung&#8221; anspielen, die vielleicht noch am ehesten in der Allgemeinheit als bekannt vorauszusetzen ist. Vielmehr wird der Spaltungsbegriff in der Psychologie auch verwendet, um bestimmte Vorgänge zu beschreiben, wie sie bei einem Menschen vorkommen, der ein &#8220;narzißtisches Problem&#8221; hat, bzw. der unter einer &#8220;narzißtischen Persönlichkeitsstörung&#8221; leidet. Kurz: Spaltung ist ein Teil des Narzißmus, besser gesagt ein Teil des narzißtischen Prozesses. Damit will ich sagen, dass &#8220;Narzißmus&#8221; nicht etwas Statisches ist, sondern ein Prozeß in Bewegung, der sich entwickelt und der vor allem Probleme im zwischenmenschlichen Bereich beschreibt.<span id="more-24"></span></p>
<p>Ein Mensch mit einem narzißtischen Problem leidet in erster Linie darunter, dass er sich nicht anerkannt fühlt und sich auch selbst innerlich nicht anerkennen kann. Er hat extrem große Angst vor Abwertung bzw. Entwertung durch andere und muß diese Angst ständig kontrollieren, oder wie die Psychologen sagen: abwehren. Dazu benutzt er unbewußt den Mechanismus der Spaltung: er versucht, sich großartig und toll, erfolgreich und bewundernswert zu fühlen und stellt sich vielleicht auch sogar nach Außen hin so dar. Solange das gut geht, wird man ihm nichts anmerken, außer vielleicht den unangenhemen Größenwahn oder die Selbstdarstellung. Dahinter lauert aber die Angst vor Kleinheit und Versagen &#8211; und die vor der dann folgenden Entwertung. Diese Angst muß er abspalten, da er ja sonst sein Größenbild nicht aufrecht erhalten könnte. Wenn er sich bedroht fühlt, wird er grausam sein und andere seinerseits abwerten, um von den eigenen Kleinheitsgefühlen abzulenken.</p>
<p>Soweit die Situation eines &#8220;klassischen Narzißten&#8221;. Was hat das jetzt mit der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation zu tun? Nun &#8211; auch hier haben wir es mit einem Spaltungsprozeß zu tun: die &#8220;Armen&#8221; werden von den &#8220;Reichen&#8221; getrennt. Es werden zwei Lager geschaffen, die nichts mehr miteinander zu tun haben. Es entsteht Angst, die abgewehrt werden muß. Und es gibt keinen Kontakt zwischen den Lagern. Das, was beide Ebenen &#8211; die individuelle und die politische &#8211; gemeinsam haben, ist die <strong>&#8220;Entweder-Oder-Situation&#8221;</strong>: Entweder man gehört zu den &#8220;Gewinnern&#8221; (beim Narzißten der unbedingte Erfolg) &#8211; oder man gehört zu den Verlierern (beim Narzißten das Versagen, die Niederlage). Dazwischen gibt es nichts. Und es gibt auch keine Kommunikation zwischen den beiden &#8211; verfeindeten -Seiten.</p>
<p>Der Heilungsprozeß für einen Narzißten ist langwierig und mühsam. Aber möglich. Der Narzißt muß lernen, beide Seiten wahrzunehmen &#8211; seinen Größenwahn und seine Angst vor Kleinheit &#8211; und er muß lernen, seine Angst zu akzeptieren, d.h. seine Scham anerkennen. Er muß zudem das Bedürfnis wahrnehmen und anerkennen, abhängig zu sein und andere zu brauchen. Und er muß lernen, daß er auch in der Mittelmäßigkeit leben kann und dass auch die Mittelmäßigkeit lebenswert ist (&#8220;Auch als graue Maus läßt sich leben.&#8221;) Das wichtigste jedoch ist der Kontakt zwischen seinen beiden (Spaltungs-)Hälften. Zu diesem Kontakt verhilft ihm der Therapeut.</p>
<p>Der &#8220;Therapeut&#8221; wiederum für unser Land ist die Regierung, sind die Politiker. Sie müssen dafür sorgen, dass wir von dem &#8220;Entweder-Oder&#8221; wegkommen und zu einem <strong>&#8220;Sowohl-Als auch&#8221;</strong> finden: es geht darum, sowohl Eigenverantwortung zu übernehmen, als auch Mindestlöhne einzuführen; sowohl Forderungen an den Einzelnen zu stellen, als auch seine Rechte ernst zu nehmen; sowohl kapitalistisch zu denken, als auch sozial zu handeln; sowohl dem Unternehmer Freiraum zu gewähren, als auch den Arbeitnehmer vor Ausbeutung zu schützen. Und dafür ist es notwendig, dass beide Seiten Kontakt miteinander aufnehmen, z.B. so, wie das in Holland schon vor Jahren geschehen ist. Dann kann man sich auch vom narzißtischen &#8220;Entweder-Oder&#8221; befreien und zu einem Miteinander, einem &#8220;Sowohl-Als auch&#8221; finden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/der-psychologische-gedanke-iii-spaltung-in-der-gesellschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angst essen Seele auf</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/angst-essen-seele-auf/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/angst-essen-seele-auf/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 22:28:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vdrewes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krankheitsbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Angststörung]]></category>
		<category><![CDATA[Haare reißen]]></category>
		<category><![CDATA[Nägel kauen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsgedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangshandlung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=23</guid>
		<description><![CDATA[In den Foren &#8211; auch in unserem eigenen von Beratung-Therapie &#8211; werden häufig Beiträge veröffentlicht, die etwas mit Angst zu tun haben, ohne dass die Verfasser bzw. Betroffenen sich darüber im Klaren zu sein scheinen. Ich meine: dass sie offenbar nicht wissen, dass es ANGST ist, was sie empfinden bzw. was ihr Symptom bestimmt. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Foren &#8211; auch in unserem eigenen von Beratung-Therapie &#8211; werden häufig Beiträge veröffentlicht, die etwas mit Angst zu tun haben, ohne dass die Verfasser bzw. Betroffenen sich darüber im Klaren zu sein scheinen. Ich meine: dass sie offenbar nicht wissen, dass es ANGST ist, was sie empfinden bzw. was ihr Symptom bestimmt. Das liegt daran, dass sich Angst oft als etwas Anderes tarnt bzw. versteckt. Es gibt vielfältige Symptome, die als etwas Anderes daher kommen und nicht gleich als Angst identifizierbar sind. Das bekannteste Beispiel sind vielleicht Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken. Wenn also z.B. jemand zu Hause stundenlang die Bücher in seinem Regal sortiert oder kontrolliert, ob die Eingangstür auch verschlossen ist; oder wenn jemand an seinem Körper immer wieder bestimmte schädliche Verrichtungen ausüben muß, wie z.B. Haare reißen oder Fingernägel kauen: dann hat er oder sie einfach Angst.</p>
<p>Oder wenn jemand sich einfach nur &#8220;unwohl&#8221; fühlt, vielleicht schwindelig und undefinierte Schweißausbrüche bekommt &#8211; und nicht &#8220;weiß, was los ist&#8221; &#8211; auch dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er einfach unter einer Angststörung leidet.<span id="more-23"></span></p>
<p>Warum ist es so schwer, zu merken, dass man Angst hat? Nun &#8211; wir alle denken, dass man nur dann Angst haben kann oder sollte, wenn wir eine konkrete Bedrohung vor uns haben, z.B. einen Einbrecher oder einen scharfen Hund ohne Maulkorb. Natürlich &#8211; dann kriegen wir Angst; oder besser: wir können uns eingestehen, dass wir Angst haben, weil &#8220;es normal ist&#8221;. Die anderen Fälle aber sind für uns nicht normal. Was soll schon Nagelbeißen oder Unwohlsein mit Angst zu tun haben? Das ist nachvollziehbar.</p>
<p>Deswegen ist der <strong>erste Schritt</strong> bei unerklärlichen Symptomen auch, sich einmal zu fragen: Habe ich nicht vielleicht Angst? Auch, wenn das erst einmal komisch klingen sollte. Aber es könnte einen ja vielleicht auf eine erste Spur bringen!</p>
<p>Natürlich muß man sich dabei auch EINGESTEHEN, das man Angst haben könnte. Dazu ist ein <strong>zweiter Schritt</strong> notwendig: sich nämlich zu sagen: &#8220;Ich darf Angst haben! Angst ist nichts Verwerfliches!&#8221;</p>
<p>Und dann &#8211; im <strong>dritten Schritt</strong> &#8211; kann man  entweder selbst einmal überlegen, was denn in meinem Leben gerade so angstbesetzt sein könnte &#8211; oder aber eine Beratung aufsuchen, wenn man diese Frage nicht selbst beantworten kann oder danach nicht weiterkommt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/angst-essen-seele-auf/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Märchen vom &#8220;Bruder Stress&#8221; und &#8220;Schwester Entspannung&#8221;</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/das-marchen-vom-%e2%80%9ebruder-stress%e2%80%9c-und-schwester-entspannung%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/das-marchen-vom-%e2%80%9ebruder-stress%e2%80%9c-und-schwester-entspannung%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2008 08:03:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vdrewes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit und Leistung]]></category>
		<category><![CDATA[Autogenes Training]]></category>
		<category><![CDATA[Burnout]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung nach Jacobson]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannungsübungen]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Yoga]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitmanagement]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=22</guid>
		<description><![CDATA[„Es war einmal ein junger Mann, der ging in die Welt hinaus, um große Abenteuer zu erleben. Er lechzte danach, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen – er wollte es allen zeigen und stolz auf sich sein! Da geschah es, dass er in eine wunderschöne Stadt kam, mit hohen Türmen und Zinnen. Auf denen waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Es war einmal ein junger Mann, der ging in die Welt hinaus, um große Abenteuer zu erleben. Er lechzte danach, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen – er wollte es allen zeigen und stolz auf sich sein! Da geschah es, dass er in eine wunderschöne Stadt kam, mit hohen Türmen und Zinnen. Auf denen waren Zeichen angebracht, wie „DB“ oder „BZ“. Da dachte der junge Mann sich: „Hier möchte ich bleiben und zeigen was ich kann!“ Gesagt, getan. Es dauerte nicht lange, und unser junger Held fand eine Anstellung bei einem bekannten Kaufmann, der ihn in die Geheimnisse der Handelskunst einführte. Der junge Mann machte sich prächtig und arbeitete hart. Er liebte seine Tätigkeit und hatte kaum Zeit für andere Dinge. Mit der Zeit jedoch änderte sich etwas in seinem Verhalten. Er wurde unruhig und wirkte etwas gehetzt. Auch konnte er des Nachts nicht mehr richtig schlafen. Eines Tages erwischte er sich dabei, dass er anfing zu klagen, und noch eine Weile später begann er sogar, den Tag zu verfluchen, an dem er in die goldene Stadt gekommen war.</em></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><em>Was war bloß geschehen? Ein alter Mann aus der Registratur, der den Jungen lieb gewonnen hatte, nahm sich seiner an. Er sagte zu ihm: „Mein Sohn, du arbeitest zu hart und du vernachlässigst all die anderen wichtigen Dinge im Leben. Aber das erste, was du brauchst, ist <a href="http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/gesundheit/Burnout;art300,2590324" target="_blank">Entspannung</a>! Geh, ich zeige dir jemanden, der dir weiterhelfen kann. Danach wirst du wieder fröhlich ins Geschäft kommen und deine Arbeit brav verrichten!“<span id="more-22"></span></em></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><em>Da atmete der junge Mann erleichtert auf und war voller Hoffnung. Er tat so, wie ihm von seinem älteren Freund geheißen und nahm teil an einem Yogakurs. Außerdem besuchte er regelmäßig die Entspannungskurse seiner Krankenkasse. Er brauchte dafür nicht einmal selbst zu bezahlen, was ihn froh machte! Und siehe da: nachdem er gelernt hatte, wieder richtig zu atmen und sich zu entspannen, konnte er nachts auch wieder schön schlafen. Und er nahm seine alte Tätigkeit mit frischem Elan auf, so dass alle von ihm sagten: „Was für ein fleißiger, junger Mann!“ Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute – irgendwo unter uns.“</em></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Dieses Märchen, liebe Leserinnen und Leser, können Sie getrost Ihren Kindern vorm Zubettgehen vorlesen. Aber hoffentlich verderben Sie dadurch nicht ihren Charakter. Ich möchte Ihnen deswegen folgende Variante des obigen Märchens vorlesen:</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><em>„Es war einmal ein junger Mann, der ging in die Welt hinaus, … [siehe oben] … Danach wirst du wieder fröhlich ins Geschäft kommen und deine Arbeit brav verrichten!“</em></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><em>Da überlegte der junge Mann einen Moment und hielt inne. „Irgendetwas stimmt doch hier nicht!“ dachte er bei sich. Er schaute dem alten Mann in die Augen und fragte ihn: „Wie ist es denn eigentlich bei dir, alter Mann, du sitzt hier schon seit Ewigkeiten in der Registratur und beklagst dich nie. Bist du zufrieden mit deinem Leben?“ „Zufrieden?“ antwortete der alte Mann verwundert. „Ich habe mein Auskommen , und mir geht es nicht schlecht, Das ist alles, was ich verlange. Wenn du auch so denken würdest und meine Ratschläge befolgst, dann wird es auch dir schnell wieder besser gehen!“ Da wurde der junge Mann furchtbar wütend. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Tagein, tagaus dasselbe und schuften ohne Ende – sollte das sein Ziel sein, das zu erreichen ihm mit Hilfe von Entspannung versprochen wurde? Nein – so ging das auch nicht, dachte er bei sich.</em></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><em>Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Was er brauchte war kein Yogakurs und auch keine von der Krankenkasse bezahlte Entspannungsübung, wie „Autogenes Training“ oder „Jacobson“ – sondern ein klares Ziel für seine Wut und seine Enttäuschung. Auf wen war er denn eigentlich wütend? Und worüber so enttäuscht? Was hatte er sich versprechen lassen und was hatte er geglaubt, ohne es zu hinterfragen? Da spürte er plötzlich eine ungeheure Energie in sich, und seine Müdigkeit war verschwunden. Er wusste nun, was zu tun war: er würde bei dem Kaufmannsspiel so nicht mehr mitmachen! Und einigen Leuten würde er offen sagen, was er eigentlich schon immer mit sich herumgetragen hatte. Plötzlich fühlte er sich entspannter – und da wusste er. „Ich bin auf dem richtigen Weg!“ Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute – irgendwo unter uns.“</em></p>
<p class="MsoNormal">
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/das-marchen-vom-%e2%80%9ebruder-stress%e2%80%9c-und-schwester-entspannung%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Olympia in China, Tibet und der selbstgerechte Westen</title>
		<link>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/olympia-in-china-tibet-und-der-selbstgerechte-westen/</link>
		<comments>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/olympia-in-china-tibet-und-der-selbstgerechte-westen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 12:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vdrewes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechtsverletzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Narzißmus]]></category>
		<category><![CDATA[Projektion]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.beratung-therapie.de/?p=21</guid>
		<description><![CDATA[Gestern Abend habe ich einen ARD-Bericht über Peking im Fernsehen gesehen. Mich hat bewegt, mit welcher Begeisterung sich offenbar viele Chinesen auf die Olympiade vorbereitet haben: durch Englisch lernen, Benimmkurse, Bürgerinitiativen, Stadtsäuberung u.v.m. Vor allem eine authentische Identifizierung mit den Spielen und eine selbst gewählte Bejahung kamen überzeugend rüber. Ich hatte nicht den Eindruck, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend habe ich einen ARD-Bericht über Peking im Fernsehen gesehen. Mich hat bewegt, mit welcher Begeisterung sich offenbar viele Chinesen auf die Olympiade vorbereitet haben: durch Englisch lernen, Benimmkurse, Bürgerinitiativen, Stadtsäuberung u.v.m. Vor allem eine authentische Identifizierung mit den Spielen und eine selbst gewählte Bejahung kamen überzeugend rüber. Ich hatte nicht den Eindruck, dass dies alles nur ein Ergebnis von Gehirnwäsche, Propaganda und Manipulation gewesen sein soll. Diese Begeisterung ist offensichtlich im Zuge der Störungen des Fackellaufes umgeschlagen in Empörung und Enttäuschung: eine Reaktion auf die anhaltende und deutliche Kritik an den Menschenrechtsbedingungen im Land und an der Tibet-Politik der Kommunistischen Partei Chinas.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Nun ist nicht daran zu deuteln, dass es diese Menschenrechtsverletzungen gibt; auch nicht daran, dass Tibet und seine Menschen unterdrückt und politisch verfolgt werden. Die Frage, die hier aufgeworfen wird, ist vielmehr eine nach der Verhältnismäßigkeit. China ist ein Volk mit über einer Milliarde Einwohnern mit einer über 5000-jährigen Kulturgeschichte. Seit Mao hat es unglaubliche Umwälzungen gegeben, die in einer Öffnung gen Westen und einem langsamen Übergang zu einem sozialistischen Kapitalismus gipfelten. Wer sich das heutige Peking anschaut, kann den Stolz der Chinesen auf ihre Errungenschaften und ihre Entwicklung der letzten Jahrzehnte nachvollziehen. Auch wenn es dabei viele Verlierer in der Bevölkerung gegeben hat, so muss die Frage gestellt werden dürfen, ob nicht die Anzahl der Gewinner weitaus höher eingestuft werden kann.<span id="more-21"></span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Die Berichterstattung zu China ist für mich unerträglich. Ein moralischer Zeigefinger folgt auf den nächsten; jede Fernsehsendung hat mindestens einen „Dissidenten“ im Programm; alles trieft vor Entrüstung und guten Rat-Schlägen. All das wird zwar auch wieder relativiert – aber für einen Chinesen bleibt doch hängen, dass wir als Menschen aus dem Westen uns für etwas Besseres halten, für zivilisierter und fortentwickelter.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Sind wir das?</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Nun – darüber mag man streiten. Unsere afrikanische Entwicklungspolitik als demokratisch zu bezeichnen, ist sicherlich eine gewagte These. Am Balkan haben noch vor kurzer Zeit Progrome gewütet. In Italien lässt ein Ministerpräsident für seine eigene Strafbefreiung Gesetze ändern. Und ist das System des <a href="http://www.jungewelt.de/2008/07-02/024.php" target="_blank">Dalai Lamas in Tibet</a> vor der Besatzung durch die Chinesen etwa ein demokratisches gewesen? Diese Auflistung ließe sich beliebig verlängern.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Was kann man unter psychologischen Gesichtspunkten zu dieser arroganten, selbstgerechten Haltung des Westens gegenüber China sagen?</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Ich glaube, dass wir eine Antwort in drei Dingen finden können: zum ersten in einem unbewusst stark ausgeprägten Neidgefühl, dass viele Europäer auszeichnet, besonders die Deutschen. China wird uns bald als Weltmarktführer in den Exporten ablösen. Zum zweiten in einer Art „sado-masochistischer Projektion“ &#8211; womit ich sagen will, dass die Selbstquälerei (= masochistische Tendenz) der Deutschen wegen ihrer eigenen diktatorischen und menschenverachtenden Vergangenheit nun beiseite geschoben werden kann durch das Auftreten eines anderen Landes, das man strafen und zurechtweisen kann (= sadistische Tendenz). Und zum dritten in einer billigen, narzisstischen Selbsterhöhung, die versucht auf Kosten anderer den eigenen Wert vor dem Hintergrund eigentlicher Minderwertigkeitsgefühle heraufzusetzen. Ähnliches gilt natürlich für andere Länder auch, v.a. die Amerikaner, die von ihrem Unrecht im Irak ablenken können.</p>
<p class="MsoNormal">
<p><span>Man kann die Chinesen zu Recht kritisieren. Man kann sich aber auch selbst an der eigenen Nase fassen (was im Übrigen nicht nur für die Deutschen, sondern für alle selbsternannten Gerechtigkeitsfanatiker gilt) – und dann einmal überlegen, ob nicht MANIEREN und HÖFLICHKEIT als olympische Disziplinen eingeführt werden sollten.</span></p>
<p><strong>Aktuelles P.S.</strong> zur Eröffnungsfeier, Zitate der Kommentatorin: &#8220;Die Chinesen haben wohl den Kontakt zwischen Mensch und Natur in den letzten Jahrzehnten verloren.&#8221; &#8220;Unter den Tanzenden auch einige aus den Volksgruppen der Tibeter und Uiguren, von denen wir wissen, dass ihnen sicher nicht nach tanzen zumute ist.&#8221;</p>
<p>Wer der ARD selbst eine Rückmeldung geben möchte zum Programm, hier die Tel.Nr. in München: 089 / 59003344.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.beratung-therapie.de/2008/08/olympia-in-china-tibet-und-der-selbstgerechte-westen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

